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Vorstandswechsel : Tierpark: Poweleit folgt auf Drüwa

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Tierparkvereinigung hat einen neuen Vorsitzenden / 2014 gab es wieder einen Gewinn / Es soll Energie gespart werden

Neumünster | Klaus-Joachim Poweleit ist der neue Vorsitzende der Tierparkvereinigung. Einstimmig wählten 65 Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am Montagabend den 52-jährigen Agrarwissenschaftler aus Tungendorf zum Nachfolger von Dr. Peter Drüwa. Der 69-jährige Biologe stand seit 2006 an der Spitze des 2344 Mitglieder starken Vereins. Erst im vergangenen Jahr hatte er die Leitung des Tierparks an Verena Kaspari und Viola Effenberger abgegeben. Bei zwei Enthaltungen wurde Drüwa anschließend auf Vorschlag von Mitglied Johannes Kux zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Klaus-Joachim Poweleit kennt sich im Tierpark mit seinen derzeit 710 Tieren aus 99 Arten bestens aus. Der gebürtige Neumünsteraner besuchte schon mit seinen Eltern oft den damaligen Heimattiergarten, ist seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied des Vereins. Er machte 1986 unter dem damals neuen Chef Drüwa ein zweimonatiges Praktikum. Seit 2012 sitzt der in einem Agrarhandel für das Qualitätsmanagement zuständige Poweleit im erweiterten Vorstand, berät den Vorstand über Futtermittel. Mehrere Monate bereitete Drüwa den Leutnant der Reserve auf sein Amt vor. Einen Gegenkandidaten gab es am Montagabend nicht. Für Poweleit rückt Klaus Grassau in den erweiterten Vorstand. Frauke Bartsch gab aus gesundheitlichen Gründen ihren Posten ab; für sie wurde in Abwesenheit die Tierärztin Dr. Nicole Fesser in das Gremium gewählt.

Der 2. Vorsitzende Knut Ebel dankte Peter Drüwa für seinen jahrzehntelangen Einsatz. „Er hatte für jedes Problem eine Lösung und immer einen besonders kritischen Blick auf die Zahlen“, lobte Ebel, der anschließend einen Blumenstrauß und einen Reisegutschein überreichte.

Etwas leichter dürfte Drüwa der Abschied auch deshalb fallen, weil 2014 ein sehr gutes Jahr für den Tierpark war. Mit rund 180  000 Besuchern kamen so viele wie seit 2009 nicht mehr (der Courier berichtete). Einnahmen in Höhe von gut 1 Million Euro standen etwas weniger Ausgaben gegenüber. Am Ende bleibt nach zwei Jahren in den roten Zahlen diesmal ein Überschuss von gut 32  000 Euro. Die Rücklagen sanken dennoch von gut 900  000 Euro in 2012 auf nur noch 203  000 Euro. Grund: Investitionen in den neuen Eingangs- und Verwaltungsbau, ins umgestaltete Eisbärengehege sowie gestiegene Reparatur- und Wartungskosten schlugen kräftig zu Buche. Unter anderem ging die Filteranlage des Seehundbeckens kaputt. „Wir wollen auch weiterhin keine Kredite aufnehmen – und Unterstützung durch die Stadt wie fast alle anderen Zoos bekommen wir auch nicht“, machte Drüwa in seinem letzten Jahresbericht deutlich. Besonders verärgert zeigte sich Schatzmeister Henning Wannagat über eine Nachzahlungsaufforderung der Stadt für Straßenreinigungen von 2009 bis 2013 in Höhe von 21  000 Euro. „Die kam unangekündigt und recht spät. Rechtlich ist sie aber wohl nicht anfechtbar“, sagte er.

Die Einnahmen durch Eintrittsgelder, vor allem aber die aus dem Verkauf von Souvenirs im neuen Zoo-Shop stiegen kräftig. Weitere große Sponsoren wurden gefunden und unterstützen den Tierpark. Geld- und Sachspenden gab es in Höhe von gut 31  000 Euro. „Jeder kann etwas für uns spenden. Ob altes Bettlaken, Lattenrost oder Papierrollen: Wir entwickeln daraus Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere“, warb Verena Kaspari.

Für dieses Jahr stehen lediglich Sanierungen im Bestand an. Planziel ist am Ende des Jahres eine schwarze Null. Es soll zudem nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht werden. Viola Effenberger will das Werbebudget effizienter einsetzen. Großes Thema ist der Energieverbrauch: Durch den Einsatz von LEDs, Zeitschaltuhren und energetischen Maßnahmen soll der Stromverbrauch deutlich gesenkt werden. Die Personalkosten liegen bei gut einer halben Million Euro.

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erstellt am 16.Mär.2015 | 12:08 Uhr

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