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Umbau der Gehege : Tierpark Neumünster bekommt eine neue Struktur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Geschäftiges Treiben im Tierpark Neumünster: Viele Gehege werden modernisiert, manche Tiere ziehen um. Neue Frettchen wurden vorgestellt.

Neumünster | Kaum hatten Tierpark-Chefin Verena Kaspari und Tierpflegerin Lisa Medelnik am Donnerstag die beiden neuen Frettchen ins ehemalige Marderhund-Gehege gesetzt, standen auch schon etliche Besucher an der Brüstung und bestaunten die niedlichen, wieselflinken Nager. Die noch namenlosen, gut sechs Wochen alten Tiere stammen aus dem Greifvogelzentrum im Erlebniswald Trappenkamp. Sie sollen nach dem Tod des alten Frettchen-Rüden Sylvester eine neue Gruppe aufbauen und künftig bei Kindergeburtstagen und ähnlichen Veranstaltungen für die Besucher hautnah zu erleben sein. Wie die Frettchen ziehen derzeit einige Tiere im Tierpark Neumünster um, denn Verena Kaspari und ihr Team strukturieren den Park neu und modernisieren viele Gehege.

„Wir haben festgestellt, dass viele Tiere ihre Gehege gar nicht vernünftig nutzen, weil sie nicht artgerecht ausgebaut sind. Da uns das Geld für Neubauten fehlt, schaffen wir nun selbst neue Aufenthalts-, Bewegungs- und Spielbereiche. Zudem wollen wir verwandte Arten auch nebeneinander zeigen“, begründet Verena Kaspari die Aktion.

Viele Dinge sind bereits umgesetzt: So haben die Greifvögel bewegliche Stangen erhalten, die Degus können sich über eine neugestaltete Außenanlage freuen, die Waschbären haben mehr Kletter- und Spielmöglichkeiten. Neben den Frettchen sind auch die Marderhunde umgezogen, weitere Arten sollen folgen.

Für die Frettchen wird in dem rund 15 Quadratmeter großen Gehege mindestens eine weitere Ebene eingezogen, die vom Wolfsstand aus durch Fenster einsehbar ist. „Hier könnte der Ruhe- und Schlafplatz entstehen, so dass die Besucher die Tiere auch beobachten können, wenn sie nicht draußen sind“, sagte Verena Kaspari.

Derzeit werden die zwei Jungtiere noch mit der Hand von der Tierpflegerin Lisa Medelnik aufgezogen. Somit werde gewährleistet, dass die kleinen Räuber auch im Erwachsenenalter problemlos und stressfrei zu händeln seien, erklärte die zoologische Leiterin. Ab kommender Woche können die Besucher des Tierparks die beiden Neuen dann in ihrer Kinderstube beobachten.

Wer eine Namenspatenschaft für eines der Frettchen übernehmen will, sollte sich an den Tierpark wenden. Die Kosten betragen im ersten Jahr 80 Euro, in den Folgejahren dann 30 Euro. Ihren ersten Auswärtstermin haben die beiden Frettchen übrigens am 30. August bei der Tour Courier auf dem Schulhof der Pestalozzischule in Tungendorf.

Der einsame Wolf

Einigen Besuchern ist es schon aufgefallen: Nur noch ein einziger von ursprünglich acht Wölfen (Roy und Taiga sowie die Geschwister Amarok, Akita, Tinka, Batuk, Nanuk und Maleika) streift seit einigen Tagen durch das große Gehege im Tierpark. Es ist das letzte Tier aus einem Wurf von 2001; alle anderen sind mittlerweile verstorben. Nun bemüht sich Tierpark-Chefin Verena Kaspari um Ersatz.

„Wir werden auf jeden Fall wieder Wölfe zeigen, es muss aber nicht mehr die europäische Art sein, weil wir kein Heimattiergarten mehr sind“, sagt Knut Ebel, 2. Vorsitzender der Tierparkvereinigung. Er erklärt weiter, dass man nicht einfach ältere Tiere zusammen auf eine Anlage bringen kann. Deshalb bleibe der letzte Wolf vorerst alleine. Vor Frühsommer 2016 werde nach derzeitigem Stand auch kein neues Rudel kommen. Sollte kurzfristig auch der letzte Wolf versterben, werde das Gehege vorübergehend mit anderen Arten besetzt.

Wer im Internet nach dem Stichwort Wölfe sucht, findet außer dem europäischen Wolf noch viele weitere Unterarten, etwa den Steppenwolf, den Polarwolf, den italienischen Wolf, den Mähnenwolf, den Timberwolf oder auch den indischen Wolf.

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erstellt am 21.Aug.2015 | 08:15 Uhr

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