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Entscheidung gefallen : Tierheim Wasbek übernimmt Fundtiere

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras überbrachte gestern persönlich die Nachricht.

shz.de von
erstellt am 13.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Ein Jahr nach der Schließung der Tierauffangstelle im Stadtwald gibt es wieder eine Anlaufstelle für Fundtiere und beschlagnahmte Tiere aus Neumünster. Sie kommen künftig ins Tierheim Wasbek unmittelbar hinter der Stadtgrenze am Krusenhofer Weg. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras überbrachte diese Mitteilung gestern Nachmittag persönlich an die Vorsitzende des Tierheims, Bianca Schenk.

Die Containerlösung im Gefahrenabwehrzentrum hat damit ein Ende. Der Vertrag gilt ab 1. August zunächst für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung. „Das ist eine gute Lösung für die Menschen und Tiere in der Region. Der hohe fachliche Standard, die Kompetenz und das Engagement hier haben mich überzeugt“, sagte Tauras. Das Tierheim Wasbek wird voraussichtlich im September Mitglied im Deutschen Tierschutzbund, arbeitet jetzt bereits eng mit dem Verband zusammen. Unter anderem setzt es die entsprechende Software ein. Vier gelernte und geschulte Teilzeit-Fachkräfte sollen zunächst den Betrieb sicherstellen. Ehrenamtliche würden erst nach und nach qualifiziert, erklärte Bianca Schenk, die sich sichtlich freute und für das Vertrauen dankte: „Das ist eine hoheitliche Aufgabe, die wir mit viel Tatkraft umsetzen werden“, sagte sie.

Tauras verteidigte gestern seine Entscheidung, die gegen die Forderungen aus der Kommunalpolitik gefallen ist. Eigentlich sollte der Vertrag mit Wasbek schon vor vier Wochen unterzeichnet werden. Doch dagegen hatten sich vor allem CDU, SPD und BFB vehement gestemmt. Sie verlangten die Wiedereröffnung der Tierauffangstelle durch den Tierschutzverein, der auch einen entsprechenden Antrag stellte (der Courier berichtete). „Das Papier war aber in vielerlei Hinsicht nicht vollständig“, erklärte Tauras. Der Tierschutzverein sei noch immer auf dem Weg, „und vielleicht dauert der Weg noch sehr lange“, so Tauras wörtlich. Dennoch sei es richtig gewesen, zunächst die Bedenken der Politik zu hören, betonte er.

Das Tierheim Wasbek bekommt nun rund 60  000 Euro pro Jahr aus Neumünster. Die Summe gliedert sich in einen Sockelbetrag von 30  000 Euro und weitere 7500 Euro, die pro Quartal fließen. Abgerechnet werde am Ende des Jahres nach der tatsächlichen Anzahl der aufgenommenen Fundtiere, betonte Tauras. Hierfür gebe es 6,80 Euro pro Katze pro Tag.

Zum Vergleich: Das Tierheim Kiel verlangt 7,50 Euro und 15 Euro für einen Hund. Hunde werden in Wasbek maximal zwei Tage aufgenommen, kommen anschließend vorerst weiter nach Kiel. „Allerdings melden sich die Besitzer in der Regel auch innerhalb eines Tages“, sagte Tauras. Spätestens ab Mitte 2018 sollen in Wasbek dann auch die Voraussetzungen für die längerfristige Aufnahme von Hunden gegeben sein. Neben Neumünster werden auch die Ämter Boostedt-Rickling und Bad Bramstedt-Land künftig ihre Fundtiere nach Wasbek bringen.

Die offizielle Eröffnung des Tierheims mit geladenen Gästen findet am Freitag, 28. Juli, statt. Am Sonntag, 30. Juli, soll mit einem großen Fest am Tag der offenen Tür die Einrichtung allen Interessierten gezeigt werden.


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