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„Unüberwindbare Probleme“ : Tierheim Wasbek braucht neue Leitung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Anja Bauert ist nach fünf Wochen wegen zurückgetreten / Gespräche zwischen Stadt und Tierschutzverein auf Eis

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Querelen und der Ärger in der Tierschutzszene der Stadt gehen weiter. Nach nur fünf Wochen an der Spitze des neuen Tierheims Wasbek hat Leiterin Anja Bauert ihr Tätigkeit beendet. „Leider haben sich in der Zeit unüberwindbare Probleme ergeben, so dass ich mich aus diesem Projekt zurückziehen musste“, teilte die gelernte Tierpflegerin auf Nachfrage knapp mit.

Eigentlich wollte die verheiratete 40-Jährige aus Kiel nach ihrer Elternzeit neu durchstarten. Doch daraus wird nun nichts. Elisabeth Haase, Leiterin der Kieler Tierheims, sieht kopfschüttelnd auf die Situation in Neumünster. Die erfahrene Expertin hatte das Tierheim am Krusenhofer Weg bis zur Eröffnung Anfang August unterstützt und auch die Empfehlung gegeben, die Stadt solle ihre Fundtiere dort unterbringen (der Courier berichtete). „Ich habe das Team um die Vereinsvorsitzende Bianca Schenk unterstützt, bis das Kind laufen konnte. Nun scheint es aber gestürzt zu sein“, erklärt sie. Der Kontakt sei seit einigen Wochen abgebrochen. Ihr sei unverständlich, dass in einer Stadt wie Neumünster mit der Tierhilfe, dem Tierschutzverein und dem Tierheim Wasbek drei Vereine „vor sich hindümpeln“ und doch nichts laufe.

Stadtsprecher Stephan Beitz will die Personalprobleme nicht kommentieren: „Wir gehen davon aus, dass das Tierheim Wasbek weiterhin Fundtiere aufnehmen kann. Darüber hinaus hat die Stadt einen Vertrag mit dem Tierheim Kiel.“ Bei zwei Besichtigungsterminen habe es keine Beanstandungen hinsichtlich der Tierhaltung gegeben. „Die Kontrolltätigkeit liegt aber beim Kreis Rendsburg-Eckernförde. Neumünster hat vertraglich nur ein Besichtigungsrecht“ so Beitz. Ob das Tierheim Wasbek schon eine Nachfolgerin für Anja Bauert gefunden hat, ist unklar. Vom Verein war gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Auch die Kommunikation zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein liegt weiter auf Eis. „Gespräche finden aktuell nicht statt. Der Tierschutzverein hat schriftlich angekündigt, seine Klage zurückzuziehen. Dies ist bislang nicht erfolgt“, sagt der Stadtsprecher.

Unterdessen hat der Tierschutzverein die Tierauffangstelle im Stadtwald in Tierheim Neumünster umbenannt. Auf dem Gelände gab es in der jüngsten Vergangenheit offenbar einige Bautätigkeiten. Der 1. Vorsitzende Martin Heinze gibt sich wortkarg: „Tierheim Neumünster klingt besser“, sagt er. Mehr Informationen gibt er nicht.

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