zur Navigation springen

Neues Gesicht : Tierheim: Die „Neue“ hat Erfahrung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christina Adamek (40) arbeitet sich für den Posten der Tierheimleiterin ein / Um Tiere kümmert sie sich seit 23 Jahren / „Der Job ist auch Berufung“

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 08:45 Uhr

Neumünster | In einem Schuhkarton kam gestern ein angeschlagener Gast ins Tierheim: „Das könnte ein Buchfinkweibchen sein“, meinten Christina Adamek und Gisela Bünz, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Tiere wie den kleinen Vogel versorgen, vermisste Katzen notieren, Mitarbeiter und Gassi-Geher einweisen, neue Tierhalter beraten, den Papierkram erledigen oder auch einfach Katzentoiletten sauber machen – das und ähnliches hält Christina Adamek (40) jeden Tag auf Trab. „Ich mache hier eigentlich alles“, sagt die Fitzbekerin, die sich seit mehreren Wochen im Tierheim einarbeitet – als Nachfolgerin der Tierheimleiterin Kristina Simon, die im November kündigte.

Noch ist sie in der Probezeit, noch fehlt eine bestimmte Qualifikation, um den Posten zu besetzen. Aber eines ist schon jetzt klar: Christina Adamek ist kein Neuling in diesem Job. „Ich arbeite seit 23 Jahren mit Tieren, angefangen habe ich in Niedersachsen auf einem Gestüt“, sagt die gebürtige Hannoveranerin und gelernte Pferdewirtin. Nach acht Jahren im Lehrberuf war ihr klar, dass sie lieber im Tierschutz arbeiten wollte. Zehn Jahre war sie im Tierheim Elmshorn tätig. „Zuerst habe ich ehrenamtlich gearbeitet, bin dann hineingerutscht. Mir ist es wichtig, Tieren zu helfen, ihre Not zu lindern. Dieser Job ist auch ein Stück Berufung, und man erlebt nicht nur schöne Dinge.“ Problemfälle würden durch Menschen verursacht, nicht durch die Tiere. „Sehr oft liegt es an der Unwissenheit der Leute. Unsere Aufgabe ist es, den Leuten das Tier zu erklären und ihnen zu zeigen, wie ein harmonisches Miteinander geht.“ Wichtig sei ihr, den Aufenthaltfür die Tiere möglichst artgerecht zu gestalten und sie zu sozialisieren, auch wenn es sich um Problemfälle handelt. „Entsprechend muss man mit den Tieren arbeiten, es reicht nicht, sie nur zu füttern. Man muss ihnen das Vertrauen zum Menschen zurückgeben.“

Sie selbst hat drei Katzen namens Odin, Varda und Yoda und den Jack-Russell-Mischling Mobby. Ganz konkret hat sie auch einen Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir mehr Ehrenamtliche hätten, die regelmäßig kommen – zum Einen für die Katzen, zum Anderen als Gassi-Geher für die Hunde. Es gibt den Tieren Sicherheit, wenn sie die Menschen kennen.“

Dass der Job nicht nur Positives mit sich bringt, hat sie bereits in anderen Tierheimen erlebt, zuletzt im Tierheim Itzehoe, in dem sie fünf Jahre arbeitete. „Der schlimmste Fall waren 121 Katzen in einer Zwei-Zimmer-Wohnung, ein Fall von so genanntem Animal Hording“, erinnert sie sich. Aber der Lohn auch mühevoller Arbeit sei es für sie zu sehen, wie die Tiere aufblühten.

Gisela Bünz ist von der Erfahrung und vom Elan von Christina Adamek angetan: „Sie hängt sich rein und fährt erst nach Hause, wenn alles erledigt ist.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen