Theaterspiel versöhnt die Generationen

Sie hatten sichtlich Spaß am Spiel: Die beiden „Psycho Comedians“ Käthe Eberhardt (links) als Patientin mit Herzanfall und Rosi Schmidt als Ärztin.
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Sie hatten sichtlich Spaß am Spiel: Die beiden „Psycho Comedians“ Käthe Eberhardt (links) als Patientin mit Herzanfall und Rosi Schmidt als Ärztin.

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23. März 2015, 14:43 Uhr

„Altersweis’ und jungdynamisch“ – mit einem nachdenklichen Bühnenstück zum Kampf der Generationen bereicherte die Theatergruppe „Psycho Comedians“ der Brücke Schleswig-Holstein im Haus der Begegnung der Vicelingemeinde jetzt die Aktivwochen für Ältere.

Unter der Leitung der Schauspielerin und psychologischen Beraterin Irene Christ haben neun Teilnehmer, die überwiegend seelisch erkrankt sind, eine humorvolle, aber auch kritische Collage von Szenen zusammengestellt. So wird etwa die aktuelle Pflegesituation drastisch dargestellt, wenn die Pflegerin jeden routinierten Handgriff mit dem Kostenfaktor kommentiert. Das Kernstück der Aufführung war als „Die Klage“ betitelt und erzählte vom Streit und letztlich der Versöhnung zwischen Senioren und jungen Eltern um den Bau eines Kindergartens. Dass alte Menschen sich häufig einfach nur nützlich machen wollen und junge Leute von deren Ruhe und Erfahrung profitieren können, war der vernünftige Appell des Stücks.

Gut 50 Besucher sahen den spielfreudigen Akteuren zu und genossen zwischen den Szenen die Gesangs- und Musikeinlagen der Brücke-Sänger. Die Sozialpädagogin Wiebke Schneede sieht in der künstlerischen Betätigung ein großes kuratives Potenzial. „Das Künstlerische wirkt heilend und stärkend. Menschen mit seelischen Erkrankungen ziehen sich oft zurück, ein Auftritt vor Publikum ist eine Mut-Frage und stärkt das Selbstwertgefühl“, sagte sie.

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