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Ehrenamts-Serie : Theater-Lektionen fürs ganze Leben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Maiko Hanisch (23) engagiert sich beim Statt-Theater / Als Neunjähriger fing er an – jetzt ist er einer der „Großen“ der Führungs-Crew

Neumünster | Die fünfte Ehrenamt-Messe findet am Sonnabend, 19. März, von 11 bis 16 Uhr unter dem Motto „Miteinander. Vielfalt. Leben“ statt. 54 Gruppen, Vereine und Verbände präsentieren in der Stadthalle mit über 70 Projekten die Vielfalt der Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der Courier stellt im Vorfeld beispielhaft drei Ehrenamtliche vor. Heute in der letzten Folge: Maiko Hanisch vom Statt-Theater der Naturfreunde-Jugend.

Das Statt-Theater ist für ihn ein zweites Zuhause: „Hier bin ich groß geworden. Es ist hier anders, man kann ausprobieren, was in einem steckt. Das ist total toll“, sagt Maiko Hanisch. Der 23-jährige Kieler, der in Ruthenberg und Einfeld aufwuchs, ist mit Unterbrechungen seit 2002 beim Statt-Theater der Naturfreunde-Jugend. Als Neunjähriger fing er an, jetzt engagiert sich der Student in der Führungs-Crew der etwas anderen Theatertruppe.

„Ich habe einfach Spaß am Verkleiden und stehe gerne im Mittelpunkt. Schon im Kindergarten und in der Schule habe ich bei kleinen Theateraufführungen mitgemacht. Meine Eltern Dieter und Nirnha haben mich dorthin geschickt, damit ich nicht zuhause herumsitze“, sagt Maiko, der Englisch und Spanisch auf Lehramt in Kiel studiert. 2001 machte er bei einer mittelalterlichen Mitspielaktion mit, 2002 stieß er dann fest zur Truppe und spielte im Stück „Märchentrichter“ ein Waldwesen. „Ich hatte Fell und schwarze Zähne, lief nur herum und gab komische Laute von mir“, erinnert er sich schmunzelnd.

Dann kamen auch Sprechrollen – bei „Ihr Kandidat“, nach einer Pause bei „Milch macht munter“ 2006 als Dorfbewohner, später bei „Invidia“ als Mann der Königin, der ermordet wird oder als scheinheiliger Pater in „Schmetterling“. „Ich stehe gerne auf der Bühne, aber man muss auch anpacken, wenn man gebraucht wird.“ Er habe fürs Leben gelernt: „Es klingt komisch, aber ich habe hier Ordnung gelernt, wir haben hier ein geordnetes Chaos.“ Nicht nur auf der Bühne wirkt er mit: „Inzwischen mache ich auch die Lichttechnik – aber als Laie, ich unterstütze Julian Jetter.“

Ihn hat das Statt-Theater geprägt – sowohl inhaltlich als auch menschlich. „Das ist hier ein alternatives Theater, in dem wir mit unserer Halle privilegiert sind.“ Auch wenn es nicht mehr ganz so basisdemokratisch wie in den Anfängen zugeht, haben ihn die Gruppenprozesse und die entsprechende Kommunikation sozial sensibilisiert: „Man lernt Rücksicht und zuzuhören und vieles andere.“ Nach so vielen Jahren ist er jetzt einer der „Großen“: „Ich bin gereift und mir ist bewusst geworden, dass ich jetzt Verantwortung übernehme.“ Statt-Theater ist für viele ein Fixpunkt im Leben, sagt er und erzählt von Ehemaligen, die immer wieder vorbeikommen. „Das ist das Schöne: Man ist immer willkommen, und es gibt immer mindestens einen, der die Ehemaligen kennt. Irgendwann freue ich mich aufs Zurückkommen“, sagt Maiko Hanisch lächelnd.

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