Theater durch Schüler besser ausgelastet

Jugendangebote wurden in der Spielsaison 2011/12 sehr gut angenommen / Trotz abgespeckter Abo-Angebote ist die Auslastung gestiegen

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02. Juni 2012, 07:27 Uhr

Neumünster | Die Jugendangebote im Theater sind eine Erfolgsgeschichte. Das zeigte Sünne Höhn vom Kulturbüro in ihrer Auswertung der ersten Theatersaison unter dem Spardiktat der Haushaltskonsolidierung vor dem Schul-, Kultur- und Sportausschuss.

Die noch laufende Spielzeit ist die erste ohne Opern-Abonnements. Für sie rückte das in Kooperation mit vier Schulen entstandene Programm "Theaterstürmer" auf den Spielzettel. Mit einem Riesenerfolg: 1200 Besucher, davon 1062 per Schülerkarte für fünf Euro bei ausgewählten Schauspielvorführungen, wiegen die Zahl der verlorenen Opern-Besucher deutlich auf.

Das Theater ist für Sünne Höhn zu einem Lernort für die Schulen geworden. So waren Stücke wie Schillers "Emilia Galotti" oder Hauptmanns "Ratten", die auch zentrale Abi-Themen sind, die Zugpferde bei den Vorstellungen. Unter dem Motto "Theater macht Schule" konnten die Schüler auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und etwa Proben besuchen. "Das hat eine tolle Öffentlichkeit erzeugt und ist ein Beitrag zu einer sich verändernden Schullandschaft", sagte Sünne Höhn.

Bundesweites Lob von Theater- und Museumspädagogen gab es auch für das Experiment "Theater im Museum". Beim Wettbewerb "Schüler zum Olymp", der Schüler an die klassische Musik heranführen will, landete Neumünster unter mehr als 850 Bewerbungen in der Endausscheidung.

In die Erfolgsbilanz reihte Höhn auch den Theater-Workshop "Stärken vor Ort" ein. Zielgruppe waren "kulturungeübte" Jugendliche. Höhn: "Es kamen 100 Gäste, die unser Theater wohl noch nie von innen gesehen haben." Sehr gut eingeschlagen hat auch der im August 2011 gegründete Theaterjugendclub. 24 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren treffen sich hier wöchentlich zu Theaterproben. Die erste Premiere war vorgestern Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" (siehe unten) beim Schultheaterfestival. "Wir erfahren mit ihm viel Beachtung", sagte Höhn und verband das mit einem dicken Lob an die Schulen, die Dr.-Hans-Hoch-Stiftung und die Presse. Der Erfolg des Konzepts lässt sich auch in Zahlen fassen. Trotz des abgespeckten Programms ist die Platzausnutzung im Theater von 64 auf 69 Prozent gestiegen.

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