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Thalia-Theater begeisterte das Publikum mit „Tschick“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jubel brandete am Dienstagabend auf für ein furioses Darsteller-, Regie- und Technik-Team vom Thalia-Theater Hamburg, das im ausverkauften Theater der Stadthalle das erfolgreichste und meistinszenierte Stück der letzten Jahre spielte: „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf.

Die aufregende, skurrile, urkomische und berührende Geschichte über die 14-jährigen Jungen Maik und Tschick und das Mädchen Isa, über den Beginn ihrer wunderbaren Freundschaft und ihren Sprung ins Erwachsenenleben. Der (Jugend-)Roman „Tschick“, 2012 ausgezeichnet mit dem Fallada-Preis, war der literarische Durchbruch für Wolfgang Herrndorf, der 1965 in Hamburg geboren wurde und 2013 in Berlin verstarb. Bereits 2011 wurde am Schauspielhaus Dresden die Bühnenfassung von Robert Koall, der sich als „Arrangeur“ des Textes sieht, uraufgeführt. Er hatte das richtige Gespür für Maik und Tschick, wählte sicher die Situationen aus, die die Bühne realisieren kann, und hielt sich eng an die großartigen Dialoge und Erzählpassagen.

Die Inszenierung des Thalia-Theaters begeisterte sowohl durch Spontaneität wie Präzision, steckte voller Fantasie, war manchmal etwas abgedreht und immer höchst lebendig – auch durch den Einsatz vieler Theater-Elemente. Regisseur Christopher Rüping und das Darsteller-Trio bestachen durch Ideenreichtum, Leichtigkeit und unerwartete, amüsante Spielvarianten. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei 14-jährige Schüler der 7. Klasse eines Berliner Gymnasiums: Maik Klingenberg, „wohlstandsverwahrlost“ und einsam und Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, bettelarm und unternehmungslustig. Dieser Tschick steht zu Beginn der Sommerferien mit einem geklauten alten Lada vor Maiks Tür und animiert ihn zu einer Autotour. Er will seinen Großvater in der Walachei besuchen, doch ohne Karte und Kompass kommen sie nicht weit und bestehen irgendwo im Nirgendwo südlich von Berlin die tollsten Abenteuer. Sie kraxeln auf Mülldeponien, erleben die Schönheiten der Natur und lernen von Isa, dem klugen Mädchen von der Deponie, nützliche Dinge – auch über die Liebe. Franziska Hartmann gestaltete Isa und noch etliche weitere Rollen mit Überzeugungskraft und Pfiff.

Ganz authentisch, locker und selbstverständlich im Spiel begeisterten Pascal Houdus und Steffen Siegmund als Tschick und Maik. Großer Beifall für großartiges Theater!

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erstellt am 05.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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