Löcher im Gewebefilter : TEV reißt die Staubmarke

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Die Müllverbrennung TEV erreichte 2015 einen besseren Nutzungsgrad, durch einen Defekt stieg aber der Staubwert kurzfristig stark an.

shz.de von
18. März 2016, 07:00 Uhr

Neumünster | Die Thermische Ersatzbrennstoff-Verwertungsanlage der Stadtwerke (TEV) konnte dank einer besseren Ausnutzung der Wärme ihren Brennstoffnutzungsgrad im vergangenen Jahr von 71 auf 76 Prozent verbessern und alle Grenzwerte gemäß der Vereinbarung mit der Bürgerinitiative deutlich unterschreiten, bis auf einen. „Im August und September ist es durch Löcher in Schweißnähten des Gewebefilters zu einem starken Anstieg der Staubwerte gekommen“, teilte Kraftwerksleiter Reenhard Gerdes gestern mit.

Der nach Angaben von Gerdes schwer zu findende Fehler wurde bei der Revision, also der Generalüberholung, im Oktober beseitigt. Zuvor war die TEV bereits runtergefahren worden. „Das hat uns mächtig gewurmt, da wir in den Jahren zuvor die sehr strengen Werte immer unterschritten hatten“, sagte Gerdes. Im Jahresmittel lag der Gesamtstaub-Wert mit 0,575 Milligramm pro Kubikmeter Luft um 34,5 Prozent über dem vereinbarten Wert von 0,4275 Milligramm. Der rechtliche Grenzwert von erlaubten 5 Milligramm pro Kubikmeter Luft blieb aber in weiter Ferne. „Fehler können wir nie ganz ausschließen, die betroffenen Teile waren auch schon zehn Jahre alt“, erklärte Gerdes.

Das Kraftwerk lieferte 2015 in 8055 Betriebsstunden rund 86 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom und rund 327 Millionen kWh Wärme. Das sind 3 Millionen kWh weniger Strom, aber 27 Millionen kWh mehr Wärme als 2014. „Mit dem Heizkraftwerk produzieren wir rund ein Drittel des Stromverbrauchs und rund 40 Prozent des Wärmebedarfs in der Stadt“, sagte Gerdes. Der Brennstoff stammt aus den aufbereiteten Abfällen der Abfallverwertungsanlage in Wittorferfeld.

Der enorme Zuwachs an Erneuerbaren Energien erweise sich für die TEV als große Herausforderung, sagte Gerdes: „Während wir stabil unsere Kunden mit Wärme versorgen müssen, sinken die Erlöse aus dem Stromgeschäft, da Kraft-Wärme-Anlagen durch Erneuerbare Energien vom Markt verdrängt werden.“

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