Neumünster : Tenöre schmetterten Schlager querbeet

Einen unterhaltsamen Abend  mit beeindruckenden Klassik-Titeln bereiteten (von links) Tenor Randy Delfs, Sängerin Fiona Andresen und Tenor Ragnar Mathisen ihrem Publikum.
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Einen unterhaltsamen Abend mit beeindruckenden Klassik-Titeln bereiteten (von links) Tenor Randy Delfs, Sängerin Fiona Andresen und Tenor Ragnar Mathisen ihrem Publikum.

Top Union präsentierte unterhaltsames Schlager-Kaleidoskop in der Holstenhalle. Tenor Randy Delfs erwies sich als wahres Stimm-Chamäleon.

shz.de von
02. Januar 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | „Die Hände zum Himmel, lasst uns fröhlich sein“: Das ließen sich die Zuhörer nicht zweimal sagen, reckten die Arme nach oben und sangen stehend lauthals mit. Ausgelassene Stimmung herrschte am Sonnabend beim Konzert der Band Top Union im Forum der Holstenhallen. Rund 180 Besucher erlebten eine besondere musikalische Mischung unter dem Motto „Tenor trifft Schlager“, bei dem das Quartett aus Rendsburg ein Paket mit Schlager-Kulthits querbeet, aber auch klassischen Evergreens geschnürt hatten. Beeindruckend war dabei die Verwandlung des Tenors Randy Delfs, der sich als wahres Stimm-Chamäleon erwies.

Einen Leckerbissen servierte der 45-Jährige als „Vorspeise“: A cappella sang er kraftvoll das betörende La donna è mobile“ aus Rigoletto von Verdi. Dann staunten die Zuschauer: Als Udo Jürgens gestand der Tenor, niemals in New York gewesen zu sein; beim „Griechischen Wein“ wurde das Publikum zum textsicheren Background-Chor. Er fuhr als näselnder Michy Reincke von „Felix de Luxe“ umjubelt mit dem Taxi nach Paris, suchte mit dem typischen „Gröni“-Genuschel verzweifelt nach einem Parkplatz oder besang die Reinhard-Mey-Freiheit inklusive Luftaufsichtsbaracke. Pfiffe setzte es, als er mit tiefem Bass als Louis Armstrong „What a wonderful world“ mit wuchtigem Timbre zelebrierte. Als Multitalent rockte er aber auch leidenschaftlich sein Saxofon oder griff in die Keyboard-Tasten.

Eigentlich hätte es heißen müssen „Tenöre treffen Schlager“. Denn Ragnar Mathisen erwies sich bei diversen Duetten als stimmstarker Partner – beim gefühlvollen „You raise me up“ oder einem schmeichelweich gesungenen „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Absolute Höhepunkte: Das strahlend schöne „Musica“ von Randy und Ragnar und die Arie „Nessun Dorma“ aus Turandot von Puccini, bei dem Randy Delfs das hohe H schmetterte und die Zuschauer spontan in Jubel ausbrachen. Sängerin Fiona Andresen entzückte kess und frech bei „Schuld war nur der Bossa Nova“ und ließ die Zuschauer bei „Ich liebe das Leben“ als Vicky Leandros heftig schunkeln. Ein Dialog über Liebesbeziehungen entspann sich zwischen Fiona und Randy: Sie mahnte „Liebeskummer lohnt sich nicht“; als Antwort interpretierte Randy Delfs „Ich weiß, was ich will“ von Udo Jürgens als eines der schönsten deutschsprachigen Liebeslieder voller Leidenschaft – und Fiona wirbelte als Helene Fischer mit „Atemlos“ stimmstark und temperamentvoll über die Bühne.

Alle vier Musiker bewiesen zur Freude des Publikums auch komödiantisches Talent. Das begeisterte Publikum erklatschte sich Zugaben. „Alle haben super Stimmen, aber vor allem Randy. Wir kennen ihn von Top Union und sind positiv überrascht. Es macht Spaß, hier zu sein“, meinten Waltraud Hansen (58) und Ilona Völkel (50) aus Osterrönfeld. „Beim Armstrong-Titel hätte man die Augen schließen und denken können, Louis Armstrong steht persönlich auf der Bühne“, staunte Kirsten Kock (49). „Randy Delfs könne das auch professionell machen“, urteilte Manuela Mohl (51).

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