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Wettbewerb um den Kunden : Telekom investiert ins schnelle Netz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Konzern will Neumünster bis zum Herbst großflächig mit 100-Megabit-Anschlüssen ausstatten. Stadtwerke sehen die Konkurrenz gelassen

Neumünster | Es tut sich was auf dem Telekommunikationsmarkt in Neumünster. Während die Stadtwerke nach Tungendorf gerade mit Einfeld den nächsten Stadtteil und demnächst auch alle Schulen mit ihrem ultraschnellen Lichtwellennetz erschließen, hat die Deutsche Telekom angekündigt, ebenfalls ihr Netz mit neuer Technik auszubauen und damit für deutlich mehr Tempo zu sorgen.

Das bestehende Netz soll bis November 2016 großflächig mit VDSL-Anschlüssen ausgestattet werden. VDSL ist die Abkürzung für „Very High Speed Digital Subscriber Line“, das wesentlich höhere Datenübertragungsraten über gebräuchliche Telefonleitungen ermöglichen soll als der Vorgänger ADSL. Allerdings nutzt auch VDSL für das letzte Stück der Übertragungsstrecke beim Hausanschluss zum Kunden herkömmliche Kupfer- statt der schnellen Glasfaserleitungen.

Die Telekom spricht davon, dass bis zu 22 000 Haushalte im Vorwahlbereich 04321 vom Ausbau profitieren können und verspricht Datenraten von bis zu 100 Megabit/Sekunde beim Herunterladen und bis zu 40 Megabit/Sekunde beim Heraufladen von Daten. Das neue Netz werde so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sein sollen, teilte das Bonner Unternehmen nach einem Gespräch mit Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras mit.

„Das Internet ist für Familien und Unternehmen heute ein Muss. Nur die Kommune, die eine moderne digitale Infrastruktur besitzt, ist auch attraktiv für Familien und Unternehmen“, sagte Tauras nach Mitteilung der Telekom. Die Kosten für den Netzausbau trägt der Konzern. Der will dafür in Neumünster nach eigenen Angaben einen einstelligen Millionenbetrag investieren.

Der Ausbau des bestehenden Telekom-Netzes soll in drei Schritten erfolgen. Zum einen werden auf den Strecken zwischen den örtlichen Vermittlungsstellen und den grauen Kästen am Straßenrand (Multifunktionsgehäuse) die Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt. Es ist das schnellste Netz. Das hohe Tempo hat seinen Preis, denn das Verlegen von Glasfaser kostet etwa 70 000 Euro je Kilometer. Als zweiter Schritt zur Netzbeschleunigung sollen die Multifunktionsgehäuse mit moderner Technik zu einer Art Mini-Vermittlungsstelle aufgerüstet werden. Als Faustformel gilt: Je näher der Kunde, desto höher seine Geschwindigkeit. Mehr Tempo soll auch die Verringerung der elektromagnetischen Störungen auf Kupferleitungen durch Vectoring-Technik bringen.

„Wir wissen von den Absichten der Telekom und versuchen auch, wenn möglich, Tiefbauarbeiten abzustimmen, damit Straßen und Wege nicht zu oft aufgerissen werden“, sagte Dirk Sasson, der Bereichsleiter Telekommunikation/Informationstechnik bei den Stadtwerken. Rund 50 Kabelverzweiger wolle die Telekom nach seinen Informationen modernisieren.

Allerdings sieht man bei den Stadtwerken die Pläne der Telekom „ganz entspannt und nicht als Konkurrenz“, so Sasson: „Das beste Netz ist aus Glasfaser bis in die Wohnung. Das sagt ja selbst die Telekom.“ Das veraltetet Kupferkabel bleibe der Flaschenhals, der die Kapazität begrenze. Bei Glasfaser bis ins Haus sei die dagegen garantiert, so Sasson. Die Stadtwerke bieten für Privatkunden aktuell Raten von bis zu 250 Megabit beim Herunterladen und 50 Megabit beim Heraufladen. Geschäftskunden bekämen noch mehr. Dirk Sasson: „Wir nehmen das sportlich, denn wir haben das beste Netz.“ 

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erstellt am 23.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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