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Schleusau-Baustelle : Teich wurde künstlich abgesenkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Entsorgung von belastetem Material soll Ende nächster Woche beendet sein / Wasser darf nicht in die Baustelle schwappen

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Möwen finden’s gut: Der Wasserspiegel im Teich ist zurzeit so niedrig, dass sich in der Mitte eine Sandbank gebildet hat, die sie zum Sonnen und Ausruhen nutzen. Die Passanten dagegen schauen stirnrunzelnd auf den entleerten Teich, auf den Müll – und sie fragen sich, was los ist. Doch alles hat seine Richtigkeit: Es soll verhindert werden, dass Wasser in die Schleusau-Baustelle vor der Stadthalle eindringt. Dort wird der verseuchte Grund und Boden gereinigt; die Entsorgung soll laut Stadt bis Ende nächster Woche beendet sein. Dann wird der Teich wieder gefüllt.

„Leider ist der Anblick des Teiches zurzeit etwas traurig“, räumt Thomas Lange ein, der zuständige Planer beim Fachdienst Tiefbau. Aber es gehe aus Sicherheitsgründen nicht anders. Das TBZ hat den Wasserspiegel seit einigen Tagen abgesenkt, denn auf der Baustelle werden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen rund 600 Tonnen Betonschalen entsorgt, die mit polyzyklischen aromatisierten Kohlenwasserstoffen (PAK) kontaminiert sind (der Courier berichtete). Die Chemikalie, die Krebs- und Lungenkrankheiten auslösen kann, wurde früher unter anderem in Schutzanstrichen für Betonbauten verwendet. Im November 2014 waren in den Betonabdeckungen erhöhte PAK-Werte festgestellt worden. Die Rohre und das Mauerwerk wurden zersägt, das Sägewasser aufgefangen. „Das müssen wir so ernst nehmen, um Gefahren abzuwenden“, sagt Lange. Die Mitarbeiter der dort tätigen Firmen müssen entsprechend mit Schutzanzügen und Atemmasken ans Werk gehen.

Der Teich wurde so abgesenkt, dass ein Puffer von 20 Zentimetern zu dem Wasserspiegel entsteht, bei dem Wasser in die Baustelle schwappen und dann vergiftetes Wasser in die Schleusau tragen könnte. Und auch wenn die Baustelle aus Sicherheitsgründen abgeriegelt ist, können Passanten zwischen Baustelle und Fisch-Treppe sehen, dass dort eine Wassersperre liegt.

Um den Müll wird sich ein Team des Technischen Betriebszedntrums kümmern, versichert Lange. Wenn der Wasserspiegel so gesenkt werde, komme mehr Müll zum Vorschein und fange auch wegen der Wärme schneller an zu riechen. „Wir konnten nicht ahnen, dass es zurzeit so wenig Niederschlag gibt“, sagt Lange.

Den Teichbewohnern gehe es gut, versichert er: „Ich war vor Ort und habe Fische gesehen. Der Wasserdurchfluss ist gewährleistet. Die Leute kennen ja vor allem die Kois. Die ziehen sich in die tieferen Ecken an der Lütjenstraße zurück und warten dort ab, bis es wieder mehr Wasser gibt.“

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