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Polizeibericht : Technik ist der beste Schutz gegen Ladendiebe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Zahlen bleiben weiterhin hoch. Meist sind Kleinkriminelle am Werk.

von
erstellt am 30.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Es sind nicht nur Kleinkriminelle, die im Laden zugreifen, ohne zu bezahlen: Auch echte Profis drehen in Neumünster ihre Runden durch die Geschäfte, und unehrliche Mitarbeiter richten ebenfalls immer wieder Schaden an. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Ladendiebstähle im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit liegt Neumünster im Bundestrend. Doch auch die Aufklärungsquote ist beim Ladendiebstahl relativ hoch. Außerdem haben viele Geschäftsleute längst die Initiative ergriffen und machen es den Langfingern durch teure technische Sicherungsmaßnahmen schwer.

„Gestohlen wird alles, was sich schnell einstecken und gut verkaufen lässt“, erklärte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Besonders beliebte Beute sind zum Beispiel Kleidung, Parfüm, Spirituosen oder kleine technische Geräte wie Handys. Im Jahr 2016 zählte die Polizei 929 angezeigte Ladendiebstähle. Davon wurden allerdings auch 84,3 Prozent aufgeklärt. Ein Jahr zuvor wurden nur 829 Taten registriert, wovon 82,4 Prozent aufgeklärt wurden. Im Jahr 2014 war die Zahl der Fälle schon einmal ähnlich hoch wie 2016. Damals gab es 919 Ladendiebstähle (Aufklärungsquote 87,5 Prozent). Dass so viele Täter ins Netz gehen, fällt laut Hinrichs auch auf die Angestellten in den Geschäften sowie Kaufhausdetektive zurück. „Die Täter werden den Polizeibeamten dann oft schon präsentiert“, so der Sprecher.

Ertappt werden überwiegend Männer. 2016 waren es 506, Frauen hingegen nur 221. Ein Jahr zuvor wurden 463 männliche Ladendiebe gefasst und 143 weibliche. In diese Zahlen sind Mehrfachtäter mit eingerechnet. Angezeigt werden die meisten Taten in größeren Häusern wie der Holsten-Galerie, dem Designer-Outlet-Center (DOC) oder Karstadt. „Die Täter hoffen wohl, dort in der Masse weniger auszufallen“, sagte Hinrichs. Allerdings werden ihnen dort auch eher technische Überwachungsmethoden zum Verhängnis. Denn die sind durchaus hilfreich, wenn es um die Reduzierung der Ladendiebstähle geht.

Gerd Grümmer, Inhaber mehrerer Supermärkte und Vizepräsident im Handelsverband Nord, hat mit Videoüberwachung gute Erfahrungen gemacht. „Das schreckt vor allem Profis ab. Dadurch sind bei uns die Zahlen zurückgegangen“, erklärte er. Ähnliche Rückmeldungen hat er auch von anderen Geschäftsleuten aus der Stadt bekommen. Die Rückmeldungen sind aber laut Grümmer recht unterschiedlich, je nach Branche und Sicherheitsstandard. Wer wenig Sicherungen hat, hat in der Regel mehr Probleme mit Diebstählen. Den größten Schaden richten in den unterschiedlichen Geschäften offenbar zurzeit Gelegenheitsdiebe an. In Banden organisierte Profis, die auf Bestellung zulangen, sind momentan eher selten.

Mittlerweile klagen aber auch viele Geschäftsleute über Langfinger aus dem eigenen Haus. So sei es ein echtes Problem, dass Mitarbeiter zum Beispiel „durch gezielte Manipulationen“ in die eigene Tasche wirtschaften, hieß es aus Kreisen der Einzelhändler. Mehr wollten die betroffenen Geschäftsinhaber dazu nicht sagen.

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