Kitastreik : „Tauras steht in der Pflicht“

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Rund 50 Eltern demonstrierten für eine schnelle Einigung im Tarifkonflikt

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29. Mai 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Weil das Ordnungsamt eine Demonstration vor dem Rathaus ablehnte, trafen sich gestern rund 50 Eltern auf dem Großflecken, um im Kitastreik für eine zügige Einigung zu demonstrieren. Dabei unterstrichen sie ausdrücklich, dass sich ihr Ärger nicht gegen die Erzieher richtet.

„Die Parteien sollen sich endlich an einen Tisch setzen. Wenn es Streit gibt, muss man miteinander reden. Das lernen unsere Kinder bereits im Kindergarten“, forderte Monique Grage.

Momentan sieht es mit der Streitkultur für viele schlecht aus. 730 Kindergarten- und Vorschulkinder aus städtischen Einrichtungen bleiben seit drei Wochen zu Hause. „Thies fragt ständig, wann er seinen Freund Fabian endlich wieder sieht“, berichtete Silke Langmaack. „Für unser Familienleben ist das sehr belastend. Thies langweilt sich, und wir sind ständig damit beschäftigt, eine Betreuung für unseren Sohn zu finden“, beschrieb die Boostedterin ihren Alltag.

Diese Situation kennen auch Markus Gärtner und seine Familie seit drei Wochen. „Das Kind mit zur Arbeit bringen oder unbezahlten Urlaub nehmen“, hatte sein Arbeitgeber ihm angeboten. Gestern waren Gärtner und sein Sohn Lennart zur Demonstration gekommen. „Lennart kommt im Sommer in die Schule. Wenn der Kitastreik noch bis zu den Ferien dauert, kann er sich noch nicht einmal von seinen Freunden und den Erzieherinnen verabschieden“, sagte der Neumünsteraner.

Bereits vor einer Woche habe er einen offenen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben. Auf Gärtners Forderung, der OB möge sich mit der Gewerkschaft an einen Tisch setzen, habe der bis heute nicht reagiert. „Als Vorsitzender des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein steht Tauras in der Pflicht“, findet Gärtner und hofft nun auf das Gespräch am Dienstag, zu dem sich Tauras, Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth, Jörg Asmussen vom Fachdienst Kinder und Jugend und die Elternvertreter der städtischen Kitas im Rathaus treffen werden.


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