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Baupläne : Taucher nahmen die Kieler Brücke ins Visier

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Umfang der Sanierungsarbeiten steht noch nicht fest

Neumünster | „Die Sicht ist sehr schlecht, notfalls müssen wir die Schäden ertasten“, sagte Dirk Lüken und tauchte ab. Der Ingenieur schaute sich mit seiner Kollegin Julia Trautmann die Kieler Brücke im Taucheranzug von unten an.

Die Stadt hatte eine Überprüfung in Auftrag gegeben, weil bei Untersuchungen von einem Boot aus Wasserflecken am Beton gesichtet wurden. „Das ist ein Indiz dafür, dass die Abdichtung von der Straße her nicht in Ordnung ist“, sagte Bauamtsleiter Ralf-Joseph Schnittker. Der Umfang der Sanierungsarbeiten ist aber noch unklar. Die beiden tauchenden Ingenieure sollten nicht nur schauen, ob das Mauerwerk unterhalb der Wasserlinie Schaden genommen hat, sondern auch, wo genau die Trennfuge zwischen alter und neuer Brücke verläuft.

Die historische gemauerte Bogenbrücke der Kiel-Altonaer-Chaussee stammt aus dem Jahr 1834 und ist durch ein Sichtfenster von der Straße wieder erkennbar. Sie wurde 1951 durch eine Stahlbetonbrücke überbaut. Das Problem: Beide Brücken arbeiten anders und haben unterschiedliche Traglasten. Die alte Bogenbrücke kann nur 12 Tonnen tragen, die Brücke muss aber je Fahrspur 30 Tonnen Last aushalten. Das soll jetzt statisch überprüft werden, denn die Stadt will beim Umbau der Gänsemarktkreuzung auch die Fahrbahn verschwenken. Sie soll um eine Spur breiter und in Richtung Kuhberg-Karree verlegt werden (der Courier berichtete). Wegen der geringeren Tragfähigkeit darf die neue Fahrbahn aber nicht über der alten Brücke liegen.

Und noch ein weiteres Problem macht den Experten zu schaffen: Die Auflageschicht zwischen alter Brücke und Fahrbahn ist mit 40 Zentimetern relativ dünn, muss aber etliche moderne Versorgungsleitungen aufnehmen. 

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erstellt am 20.Feb.2015 | 08:00 Uhr

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