Weihnachtsbaum-Abfuhr : Tannenbäume werden zu Biomasse

Ab in die Presse: Marco Gronwald (links) und Kevin Unseld von der Müllabfuhr räumten gestern gemeinsam mit Volker Wittchen (nicht im Bild) zum ersten Mal den Ukerplatz mit etwa 25 Bäumen.
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Ab in die Presse: Marco Gronwald (links) und Kevin Unseld von der Müllabfuhr räumten gestern gemeinsam mit Volker Wittchen (nicht im Bild) zum ersten Mal den Ukerplatz mit etwa 25 Bäumen.

Die kostenlose Abfuhr läuft noch bis zum 16. Januar. Viele Bürger legen illegal Biomüll auf die Sammelplätze.

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04. Januar 2015, 10:00 Uhr

Neumünster | Ein beherzter Griff, ein kräftiger Schwung – und schon fliegen die Tannenbäume in die Presse des Müllautos. Marco Gronwald, Kevin Unseld und Volker Wittchen vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) beendeten gestern den glanzvollen Auftritt von etwa 350 Weihnachtsbäumen im Stadtgebiet. Und das war erst der erste Tag. Bis zum 16. Januar werden die ausrangierten Nordmanntannen und Fichten noch kostenlos von den 131 Sammelplätzen im Stadtgebiet (der Courier berichtete) abgefahren. TBZ-Leiter Ingo Kühl erwartet wie in den vergangenen Jahren rund 90 Tonnen.

„Richtig viele werden es erst ab Montag, weil die meisten ihren Baum bis zum Heilige-Drei-Königs-Tag am 6. Januar stehen lassen“, weiß Volker Wittchen. Wie seine Kollegen ist er normalerweise in der Müllabfuhr eingesetzt. Doch die Sonderaufgabe macht den Dreien Spaß. „Es ist mal eine Abwechslung“, sagt Marco Gronwald.

Ganz ohne Probleme verläuft die Abfuhr allerdings nicht. An manchen Bäumen hängen immer noch Lametta, Lichterketten oder Kugeln. „Das müssen wir mühsam raussortieren“, sagt Kevin Unseld. Dann gibt es immer wieder einzelne Bürger, die ihren Tannenbaum einfach irgendwo auf die Straße werfen. „Die handeln nach dem Prinzip, irgendjemand wird ihn schon entsorgen. Spätestens wenn er auf die Fahrbahn weht, müssen wir dann aktiv werden“, sagt Marco Gronwald. Das größte Ärgernis aber sind die zusätzlichen und immer mehr werdenden Bioabfälle, die manche Bürger einfach auf den Sammelplätzen abladen. „Da finden wir dann schon mal den gesamten Gartenabfall oder Strauchschnitt“, beschreibt Volker Wittchen. TBZ-Leiter Ingo Kühl appelliert an die Vernunft der Frevler: „Das ist zusätzlicher Mehraufwand auf Kosten der Allgemeinheit.“

Die eingesammelten Bäume werden beim TBZ in Container verfrachtet und kommen dann zur Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage nach Wittorferfeld. Dort werden sie mit anderen Sträuchern und Büschen geschreddert, das Schreddergut verkaufen die Stadtwerke anschließend an Betreiber von Biomasseanlagen. „Das ist ein guter Betriebsstoff“, sagt SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt. Die Vermarktung der Biomasse bringt den Stadtwerken zudem den größten Gewinn.

Die Tannenbaum-Abfuhr von den Sammelplätzen ist bis zum Freitag, 16. Januar, noch kostenfrei. Danach können die Bäume wie auch anderer Bioabfall kostenpflichtig bei den Sammelplätzen der Stadt und beim Abfallwirtschaftszentrum abgegeben werden. Die Gebühr je Pkw-Kofferraum bis 300 Liter beträgt drei Euro.

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