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Einblick in den Alltag : Tagespflege heißt Abwechslung und Spaß

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Brigitte Maschke (77) und Willi Wedemeyer (84) aus Einfeld sind regelmäßig in Tagespflege-Einrichtungen und berichten aus ihrem Alltag.

Neumünster | Es gibt drei Tage in der Woche, auf die sich Brigitte Maschke ganz besonders freut: Montags, dienstags und freitags wird sie morgens von einem Fahrdienst abgeholt und zur Tagespflege in das Haus Schleusberg gebracht. Für die 77-Jährige bedeutet das vor allem eines: Abwechslung. „Ich wollte unbedingt wieder unter Leute. Zu Hause rumzusitzen, das ist einfach nichts für mich“, sagt die verwitwete Seniorin, die in Einfeld lebt.

Mit diesem Gedanken befindet sich Brigitte Maschke in guter Gesellschaft. In der Stadt gibt es sechs Tagespflege-Einrichtungen, die in der Regel von Montag bis Freitag geöffnet haben. Im Senioren- und Therapiezentrum am Schleusberg stehen 30 Tagespflegeplätze zur Verfügung, davon sind derzeit acht belegt. Von 8 bis 16 Uhr sind Pflegedienstleiterin Mine Dogan und ihre Mitarbeiter in Einsatz, um den Gästen den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. Denn eigentlich ist Tagespflege gar keine Pflege, sondern vielmehr Betreuung, Unterhaltung und Spaß.

Wenn Brigitte Maschke in der Einrichtung ankommt, wird erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Danach folgen diverse Beschäftigungsangebote. Zum Programm gehören unter anderem Bingo, musikalische Begegnungen, Gedächtnistraining, Seniorensport oder die tägliche Zeitungsrunde, bei der Mitarbeiter den Senioren aus dem Courier vorlesen. Oft geht es gemeinsam auf Ausflüge in den Tierpark oder auf den Wochenmarkt. Auch auf individuelle Wünsche gehen die Mitarbeiter ein. „Ich wollte unbedingt mal in die neue Holsten-Galerie. Da ist eine Mitarbeiterin mit mir zusammen hingefahren“, erzählt Brigitte Maschke, die seit Dezember 2015 in der Tagespflege ist. Besonders gut gefällt ihr der Musiker, der regelmäßig vorbei kommt und mit den Senioren singt: „Das sind immer so schöne alte Lieder, die man von früher kennt.“

Einbezogen werden die Gäste häufig auch in das gemeinsame Mittagessen und in die nachmittägliche Kaffeerunde. „Wir haben schon zusammen gekocht und gebacken oder Marmelade selbst gemacht“, berichtet Brigitte Maschke. Zwischen den Angeboten haben die Senioren Zeit für sich selbst, können sich in Ruheräume zurückziehen, schlafen, lesen oder spielen. Gegen 16 Uhr wird Brigitte Maschke vom Fahrdienst abgeholt und zurück in ihre Wohnung gebracht. Die Seniorin legt großen Wert darauf, noch selbstständig zu leben: „Es ist mir wichtig, nach Hause zu kommen. Aber ich bin auch jedes Mal froh, wenn ich wieder hier bin.“

Ähnlich geht es auch Willi Wedemeyer, der Gast bei „Steffis Tagespflege“ ist. Der 84-Jährige lebt mit seiner Frau, seinem Sohn und dessen Familie in Einfeld und kommt täglich von 8 bis 15.30 Uhr in die Einrichtung an der Kieler Straße. „Ich bin seit vier Jahren hier. Besonders schön ist, dass man inzwischen viele Gäste und Mitarbeiter schon lange kennt“, sagt der ehemalige Autoschlosser und Fernfahrer. Seinen Humor hat er trotz eines Schlaganfalls nicht verloren. „Er macht gerne Witze und schäkert mit den Frauen“, berichtet Pflegedienstleiterin Steffi Grobecker, die mit vier festen Mitarbeitern und zwei Aushilfen die Gäste betreut.

16 Tagespflegeplätze stehen in der Einrichtung zur Verfügung, die von derzeit rund 28 Gästen genutzt werden. „Das ist möglich, da nicht alle täglich hier sind“, sagt Steffi Grobecker. Sie weiß, dass es viele verschiedene Gründe gibt, warum Senioren eine Tagespflege nutzen: „Bei manchen ist es Einsamkeit, manche wünschen sich Abwechslung, und bei wieder anderen schafft die Frau oder der Mann die Betreuung nicht mehr.“

Aus letzterem Grund nutzt auch Willi Wedemeyer die Tagespflege. Wenn er morgens vom Fahrdienst zu Hause in Einfeld abgeholt wird, freut er sich bereits auf das, was der Tag bringt: „Ich mache eigentlich alles gerne, ob Singen, Gedächtnistraining oder Sport. Ich bin zwar nicht mehr ganz so flexibel wie früher, aber trotzdem kein Kind von Traurigkeit.“

Woche der offenen Tür

Die sechs Tagespflege-Einrichtungen in der Stadt veranstalten vom 7. bis 11. März eine Woche der offenen Tür. Jeweils von 9 bis 11 und von 14 bis 16 Uhr können sich interessierte Senioren und ihre Angehörigen einen Einblick in den Tagesablauf verschaffen. An der Woche der offenen Tür beteiligen sich das Seniorenstübchen Deubert-Gehrmann, Mühlenstraße 19a, das Awo-Servicehaus am Wasserturm, Schillerstraße 11, Steffis Tagespflege, Kieler Straße 265, die Tagespflege Hellrung, Großflecken 40a, die Tagespflege Glau, Haart 69, und das Haus Schleusberg, Schleusberg 45. Die Verantwortlichen stehen an diesen Tagen auch für individuelle Beratungen zur Verfügung und informieren über die Kosten.

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erstellt am 25.Feb.2016 | 08:30 Uhr

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