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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 18:25 Uhr

Raumnot : Tafel fordert Hilfe von der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Verein sieht sich nicht in der Lage, Miete für zusätzliche Lagerräume zu tragen.

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Tafel-Vorsitzende Christina Arpe und ihr Stellvertreter Andreas Swete fordern umgehend Hilfe und Unterstützung von der Stadt. „Es ist an der Zeit, auch mal den Helfern zu helfen“, sagt Christina Arpe. Hintergrund des Hilferufs ist der jüngste Ratsbeschluss zur Ausschreibung der Altkleidercontainer und die Haltung der Stadt bei der Suche nach zusätzlichen Lagerraumflächen für die Tafel.

Seit der Gründung vor 23 Jahren habe die Tafel „keinerlei Unterstützung“ seitens der Stadtverwaltung erfahren, sagt Christina Arpe. Bislang erhält die Tafel eine Zuwendung von 6000 Euro im Jahr aus der Vermietung von Containerstellflächen an die Firma Texaid. Doch den Vertrag hat die Stadt auf einstimmigen Ratsbeschluss nach zwei Jahren Laufzeit zu Ende März 2018 gekündigt (der Courier berichtete). Die Stellflächen sollen gegen Höchstgebot ausgeschrieben, die Flächen mindestens zum jetzigen Preis vergeben werden. Die Hälfte der Summe soll der Tafel zufließen.

Doch ob die Zuwendung, die bisher Kosten für Versicherungen, Sprit und Reparaturen der Kühlfahrzeuge deckte, weiter fließt, ist für den Tafel-Vorstand fraglich. Vor allem aber in der Frage, wie die akuten Raumnöte beendet werden können, vermisst die Tafel Signale von der Stadt. Nach einem gemeinsamen Treffen im Rathaus gibt es das Angebot eines Geschäftsmanns, der anbot, Lagerräume an die Tafel zu vermieten.

„Darüber sind wir sehr erfreut“, sagt Christina Arpe und macht noch einmal deutlich, dass es sich um zusätzliche Lagerflächen und eine vorübergehende Zwischenlösung handelt. Arpe: „Wir planen keinen Auszug aus unseren Räumen und bleiben mit der Tafel an der Kieler Straße 45 bis 47 und mit der Kindertafel an der Kieler Straße 57. Hier im Vicelinviertel sind wir zu Hause.“ Der springende Punkt sei aber, wer die Miete zahle. Da halte sich die Stadt sehr bedeckt. Arpe: „Unser Hinweis an die Verwaltung, dass wir nicht im Stande sind, zusätzliche Miete zu zahlen, wurde gut überhört.“

Stadtrat Carsten Hillgruber kann diesen Vorwurf nicht nachvollziehen. „Wir haben erstmal nur dafür gesorgt, dass der Kontakt zu einem möglichen Vermieter hergestellt wird“, sagt er. Ob ein Mietvertrag zu Stande komme, wie hoch die Miete und wie die finanzielle Situation der Tafel sei, könne er nicht beurteilen.

Eine finanzielle Unterstützung, die über das bisherige Maß mit den Altkleidercontainern hinausgehe, müsse von den politischen Gremien beschlossen werden. Hillgruber: „Das wäre eine freiwillige Leistung – und die ist zurzeit wegen der Verpflichtungen zur Haushaltskonsolidierung problematisch. Wir dürfen das nicht ausweiten.“

Durch die Ausschreibung der Container an den Meistbietenden könne die Tafel durchaus mehr Unterstützung erhalten als bisher. Hillgruber: „Weniger wird es nicht. Das hat die Ratsversammlung so beschlossen.“

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