Tierpark-Nachwuchs : Täglich legen die kleinen Kaninchen grammweise zu

Vier kleine Riesen: Die Azubis Laura Mittendorf (links) und Corina Bahr halten (von links) die Kaninchenbabys Knöpfchen, Keks, Karamell und Schoko.
1 von 2
Vier kleine Riesen: Die Azubis Laura Mittendorf (links) und Corina Bahr halten (von links) die Kaninchenbabys Knöpfchen, Keks, Karamell und Schoko.

Die vier „Deutsche-Riesen“-Tierkinder namens Schoko, Karamell, Keks und Knöpfchen halten die Tierpark-Azubis Laura Mittendorf und Corina Bahr auf Trab / Die Tiere sind auch in der Schule mit dabei

shz.de von
27. Januar 2015, 17:00 Uhr

Neumünster | Sie recken schon die Köpfchen, wenn die milchspendende Spritze naht: Vier kleine Kaninchen werden seit einigen Tagen im Tierpark Neumünster von den angehenden Zootierpflegerinnen Laura Mittendorf (20) und Corina Bahr (19) per Hand aufgezogen. Denn die Kaninchenmütter hatten nicht genügend Milch. Die zoologische Leiterin des Tierparks, Verena Kaspari, ist erleichtert über die Fortschritte von Schoko, Karamell, Keks und Knöpfchen: „Sie sind über den Berg, haben Appetit und nehmen zwischen zwei und vier Gramm pro Tag zu.“

<iframe width="600" height="340" src="//www.youtube.com/embed/krTd_igXAp0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>

Zu futtern gibt es zwischen 1,6 und 2,2 Milliliter Katzenaufzugsmilch mit steigender Tendenz. Gewogen werden die kleinen Kerlchen einmal morgens und abends. Am 18. Januar brachten sie beim ersten Wiegen zwischen 130 und 178 Gramm auf die Waage. „Jetzt nehmen sie täglich zwischen zu“, sagt Verena Kaspari. Von den insgesamt acht Jungen starb eines; drei sind noch bei ihren Müttern: „Die sind inzwischen doppelt so groß wie die Kleinen.“

Morgens um sechs Uhr erste Fütterung, vier tagsüber, die fünfte um Mitternacht – der Alltag der Azubis wird von den kleinen Riesen bestimmt. „Das ist eine gute Übung für unsere Auszubildenden“, sagt Verena Kaspari. Die zwei Azubis meldeten sich freiwillig. Die Babys kommen überall mit hin, auch zur Elly-Heuss-Knapp-Schule und nach Hause in der Böcklersiedlung und nach Timmaspe. Die Tierkinder werden gefüttert, aber auch die Mäulchen beim Sabbern abgewischt und nach der Mahlzeit mit einem warmen Lappen die Bäuchlein massiert, um die Verdauung anzuregen. „Wir hatten bisher weder Probleme mit Durchfall noch mit Blähungen“, sagen die „Karniggel-Muttis“ erleichtert. Die Umstellung von der natürlichen Milch auf die Katzenmilch ist geglückt, jetzt läuft die Umstellung von der Spritze aufs Fläschchen.

Im Körbchen leben sie zu zweit, damit sie miteinander kuscheln können. „Sie sind super drauf“, strahlt Corina Bahr. Besonders Karamell ist sehr munter. Er putzt sich schon wie ein Großer. Im Körbchen sorgt eine Wärmflasche für mollige Temperaturen. Keks macht schon erste Fressversuche und mümmelt Kräuter und Heu.

Wenn sie groß sind, werden sie richtig groß: Deutsche Riesen sind eine der größten Kaninchenrassen, die es gibt. Ausgewachsen werden sie etwa 90 Zentimeter lang und wiegen bis zu 10 Kilo, manchmal sogar mehr.

Handaufzuchten werden nur selten gemacht. „Wir probieren alles, damit diese Handaufzuchten richtig sozialisiert werden“, sagt Verena Kaspari. Tierpflegerin Ines Petersen glückte 2010 die Aufzucht des Otters „Hope“: „Sie hat sich prima in die Gruppe integriert und hilft, die Jungtiere aufzuziehen.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen