Böcklersiedlung : „Tabula rasa“ für Parkplätze

Am Wendehammer der Lötzener Straße haben Arbeiter in Auftrag der Wobau mächtige Bäume umgelegt: Viele Anlieger sind entsetzt.
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Am Wendehammer der Lötzener Straße haben Arbeiter in Auftrag der Wobau mächtige Bäume umgelegt: Viele Anlieger sind entsetzt.

Die Wobau dementiert Baupläne für den Waldrand an der Lötzener Straße. Große Baumriesen mussten zum Ärger von Anliegern dennoch weichen.

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03. März 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Jahrelang gehörte für Manfred Berndt der Waldweg in der Verlängerung der Lötzener Straße zu den beliebtesten Spazierstrecken durch „seine“ Böcklersiedlung. Seit einer Woche stapft er hier nur noch mit der geballten Faust in der Tasche entlang: „Ich verstehe nicht, wieso man so radikal abholzen musste!“, ereifert sich der naturverbundene Neumünsteraner. „Nichts gegen neue Baupläne in der Böcklersiedlung, aber dass dafür die ausgewachsenen Baumriesen weichen mussten, ist für mich nicht nachvollziehbar! Die waren doch alle kerngesund und standen auch nur am Rande!“

Ein neues Baugebiet am Waldrand hinter der Böcklersiedlung? Spätestens seit Holzfäller auf der Freifläche zwischen Böcklerschule und PSV-Sportplatz vor einer Woche damit begonnen haben, auch mächtige Birken, Weiden und Buchen umzulegen, sprießen im Quartier die Gerüchte: Auch andere Anlieger sprechen von „Tabula rasa am Waldrand“. Die Wobau, Eigentümerin des Areals, wolle dort Platz für neue Stadtvillen schaffen, heißt es.

Wobau-Chef Uwe Honsberg zeigte sich gestern überrascht von den Spekulationen – und dementierte postwendend: Es gebe derzeit keine Baupläne für das Areal am Waldrand. Einzige Ausnahme: „Wir denken über einen Ersatz des vor fünf Jahren abgerissenen Wohnblocks ganz am Ende des Wendehammers zur Stettiner Straße nach.“ Konkrete Pläne dafür gebe es aber noch nicht. Das Thema soll demnächst mit der Stadtplanung besprochen werden. Die Fällarbeiten an der Lötzener Straße im Auftrag der Wobau bestätigt Uwe Honsberg dagegen: Um den Bewohnern der Reihenhäuser, die die Wobau derzeit im vorderen Bereich der Lötzener Straße grundsaniert, endlich mehr Parkraum zur Verfügung stellen zu können, soll am Ende der bebauten Fläche eine Stellplatzanlage für rund 50 Pkw entstehen. Dafür mussten auch einige Bäume weichen. Von einer Abholzung im großen Stil könne aber nicht die Rede sein , verteidigt Honsberg die Arbeiten.

Das gilt dem Wobau-Chef zufolge auch für die Holzfällarbeiten am nördlichen Rand der Freifläche: Man habe die Gelegenheit genutzt, den Knick zum PSV-Gelände auf den Stock zu setzten. Weil solche Arbeiten nur bis zum 28. Februar erlaubt sind, habe die Zeit gedrängt, erklärt Honsberg.

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