Szenen einer komischen Ehe

In Hassliebe vereint: Christian Willner und Christoph Dompke als Emmi und Herr Willnowsky.
In Hassliebe vereint: Christian Willner und Christoph Dompke als Emmi und Herr Willnowsky.

Emmi & Willnowsky in der Stadthalle: Standing Ovations für das neue Programm

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29. Oktober 2018, 10:12 Uhr

„Du bist das beste Beispiel, dass Evolution auch rückwärts funktioniert“ – mit spitzer Zunge schwor Kammersängerin Emmi am Sonntagabend die rund 400 Besucher in der festlich geschmückten Stadthalle Neumünster ein. Das „Verflixte siebte Jahr“ stand diesmal auf dem Programm, obwohl das ungleiche Paar bereits vor fast 22 Jahren in Hassliebe zusammengefunden hat. Diesmal feierten sie mit dem Publikum ihre „Opal-Hochzeit“, witzelten gewohnt provozierend durch die Veranstaltung und erzählten von ihrem Leben in Berlin.

Christian Willner (alias Willnowsky) meinte zur Ehe: „Das Geheimnis einer guten Ehe ist: Immer wenn man sich gestritten hat, sollte man spazieren gehen. So sind wir in 22 Ehejahren viel an der frischen Luft gewesen.“ Publikumsnähe, das war ihnen wichtig. Daher merkten sie sich einige Namen der Gäste und bauten diese, zur Freude aller, immer wieder ins Programm ein.

Emmi (Christoph Dompke) ist eine erfolglose, alternde Kammersängerin, die ihre wertkonservative Grundhaltung aus der Nachkriegszeit bewahrt hat. Willnowsky (Christian Willner) ist ein mittelloser Pianist aus der ehemaligen Sowjetunion, der von Frau Emmi entdeckt wurde.

An diesem Abend erlebten die Zuschauer neben einem bissigen verbalen Schlagabtausch auch musikalische Ohrwürmer von Peter Alexander und Ralph Siegel. Besondere Freude kam aber beim „Klimawandel-Rap“ auf. Emmi begeisterte das altersgemischte Publikum als Türk-Pop-Diva im knallig pinken Bauchtanz-Outfit.

Nach einer Pause ging es mit einer Version des bekannten Disney-Songs „Beauty and the Beast“ weiter, gefolgt von einem rasanten Potpourri ihrer besten Gags der letzten Jahre. Am Ende boten die beiden Künstler noch eine musikalische Hommage an Nortorf, spontan gedichtet und unter Berücksichtigung aller persönlich angesprochenen Gäste. Auf die Frage, worauf sie sich am meisten gefreut hätten, meinten sie: „Glück ist für einen Künstler, was zusammen mit dem Publikum passiert.“ An diesem Abend passierte sehr viel. Ein begeistertes Publikum verabschiedete die beiden Künstler, die auch noch Autogramme verteilten.

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