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Netzwerk geplant : Synode will Flüchtlingen helfen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein enges Netzwerk soll dem Austausch und der Koordinierung von Hilfe dienen. Ein erstes Treffen ist im Januar geplant.

Neumünster | Wie kann den Flüchtlingen in der Region geholfen werden? Mit dieser Frage hat sich die Synode des Kirchenkreises Altholstein am Mittwoch auf ihrer Sitzung in Rickling (Kreis Segeberg) intensiv auseinandergesetzt.

Um Eindrücke aus der Praxis zu erhalten, hatte das Kirchenparlament den Flüchtlingsbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, Stefan Schmidt, eingeladen. Als ehemaliger Kapitän des Rettungsschiffs Cap Anamur schilderte er die Rettung von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer und wies auf Versäumnisse Europas hin, die die Leiden der Flüchtlinge verlängerten. Die Staaten müssten größere Anstrengungen unternehmen, um die Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren, forderte Schmidt.

Die Kirchenparlamentarier bat er, in ihren Gemeinden den „richtigen Geist“ zu verbreiten, damit sich Flüchtlinge in Schleswig-Holstein willkommen fühlten. „Die Menschen, die es zu uns geschafft haben, erhalten Geld und eine Wohnung. Aber was ihnen am meisten fehlt, ist jemand, der ihnen ein freundliches Lächeln schenkt“, sagte Schmidt.

Er forderte außerdem zu Gesprächen mit Abgeordneten auf, um eine Verbesserung der Flüchtlingssituation zu erreichen. „Die Kirche kann noch mehr tun“, befand Schmidt.

Ein Aufruf, der im Kirchenkreis Altholstein nicht ungehört verhallte. Die Synode verabredete ein erstes Treffen im Januar, um ein Netzwerk zur Flüchtlingshilfe einzurichten. Es soll dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen und Hilfe zu koordinieren. „Niemand muss bei Null anfangen und das Rad stets neu erfinden, weil es bereits gute Beispiele gibt“, versicherte Michael Frenzel. Er ist im Diakonischen Werk Altholstein für Migration und Flüchtlinge verantwortlich und versprach den Kirchengemeinden, sie vor Ort zu begleiten.

Ein weiteres Thema auf der Sitzung war der Haushaltsplan für 2015. Propst Stefan Block, Vorsitzender des Kirchenkreisrates, zeigte sich zufrieden. Nahezu einstimmig hatte die Synode der Vorlage zugestimmt. Der Haushaltsplan stellt sicher, dass keine der 53 Kirchengemeinden finanziell schlechter dasteht als im Vorjahr.

Ein klares Bekenntnis gab die Synode zur Arbeit in den Kindertagesstätten ab. Knapp 1,4 Millionen Euro Zuschuss sind dafür im Haushalt reserviert. Das Geld kommt den 64 evangelischen Kindertageseinrichtungen in Altholstein zu Gute.

Der Kirchenkreis selbst investiert 2015 in die Zukunft. „Dazu zählt für mich beispielsweise die verbesserte Zusammenarbeit zwischen unserer Kirche und den Schulen. Hierfür haben wir eine weitere halbe Pfarrstelle geschaffen“, erklärte Propst Stefan Block.

Alle geplanten Projekte sollen ohne eine Kreditaufnahme und mit einem ausgeglichenem Haushalt bewältigt werden.


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erstellt am 28.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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