zur Navigation springen

Kirchenkreis Altholstein : Synode war nicht beschlussfähig

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eklat: Zu viele Mitglieder reisten vorzeitig ab, ein geplantes Dekret zum Klimaschutz fiel aus.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | Die Synode des Kirchenkreises Altholstein will sich noch mehr für den Klimaschutz stark machen. Am Sonnabend besprach das Kirchenparlament im Anschargemeindehaus, wie es den Auftrag, Gottes Schöpfung zu erhalten, weiter in die Praxis umsetzen könne. Ein geplanter Beschluss fiel allerdings aus, weil zu viele Kirchenvertreter vorzeitig abreisten.

Zur Diskussion stand unter anderem eine Stellungnahme des Kirchenkreises zum Klimaschutzgesetz der Nordkirche. In Kleingruppen untersuchten die Teilnehmer einzelne Themenschwerpunkte dazu. Der Gesetzesentwurf sieht in groben Zügen vor, dass ein fester Prozentsatz der Kirchensteuereinnahmen für den Klimaschutz aufgewendet werden soll. Ziel ist eine CO²-neutrale Nordkirche bis zum Jahr 2050. Dazu kommt eine umfassende Datenerhebung, um die Wirksamkeit zu prüfen.

Der Kirchenkreisrat Altholstein legte seinen Synodalen eine Stellungnahme dazu vor. Sie spricht sich gegen einen von der Nordkirche zentral verwalteten Fonds aus und befürwortet stattdessen eine Selbstverpflichtung des Kirchenkreises, mindestens 0,8 Prozent der Kirchensteuereinnahmen für den Klimaschutz zu reservieren. Das entspricht zurzeit jährlich einer Summe von etwa 250  000 Euro. Kurios: Die Synodalen unterstützten zwar in sehr großer Mehrheit die Stellungnahme ihres Kirchenkreisrates, konnten dies jedoch nicht offiziell machen. Zum Zeitpunkt der Abstimmung am späten Nachmittag war die Synode nicht beschlussfähig. 19 der 80 Vertreter hatten sich bereits verabschiedet. Um die Beschlussfähigkeit zu erhalten, hätten aber maximal 12 gehen dürfen. „Das hat es meines Wissens noch nie gegeben“, kommentierte Synodenpräses Ina Koppelin die Situation irritiert.

Propst Stefan Block äußerte sich enttäuscht über die ausgefallene Beschlussfassung: „Eine reine Freiwilligkeit wird nicht ausreichen. Ich empfinde hier eine persönliche Verantwortung: vor Gott, vor meinen Kindern und nicht zuletzt vor unseren Partnergemeinden in Afrika und anderswo.“ Zu Beginn des Tages hatten junge Erwachsene aus der Andreas-Gemeinde den Synodalen humorvoll den Spiegel vorgehalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen