Neumünster : SWN setzen auf Hybrid-Busse

SWN-Chef Thomas Junker steht bei einem von vier Elektroautos. Eine Ladesäule ist direkt am Kundenparkplatz an der Bismarckstraße.
SWN-Chef Thomas Junker steht bei einem von vier Elektroautos. Eine Ladesäule ist direkt am Kundenparkplatz an der Bismarckstraße.

Fahrzeuge mit Erdgasantrieb werden ausgemustert. Bei reinen E-Fahrzeugen wollen die Stadtwerke Erfahrungen anderer abwarten.

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16. Mai 2018, 08:01 Uhr

Neumünster | Der Abschied der Stadtwerke von der Erdgas-Technologie bei ihren Stadtbussen ist schon länger beschlossene Sache. Doch ein Umstieg auf vollelektrische E-Busse rechnet sich noch nicht. Die SWN setzen nun – auch als Reaktion auf den Dieselgate-Skandal – auf Hybridfahrzeuge mit Diesel- und Elektroantrieb als Zwischenschritt. Bis 2020 sollen elf neue Hybrid-Busse der Marke Mercedes Benz Citaro angeschafft werden. Zwei Hybrid-Busse kommen noch in diesem Jahr, fünf sind für 2019 geplant, vier im Jahr 2020.

Ersetzt werden zuerst die vier noch mit Erdgas fahrenden Busse, dann auch die acht alten Diesel-Busse mit Euro-4,5-Norm. Letztere wurden mit Partikelfiltern nachgerüstet. Die anderen 21 Busse der SWN erfüllen schon die Euro-6-Norm und erreichen damit vergleichbare Emissionswerte wie die Erdgas-Busse, sind aber deutlich wirtschaftlicher.

„Wir ersparen uns das Netz an Erdgas-Tankstellen“, sagt SWN-Geschäftsführer Thomas Junker. Ein weiterer Pluspunkt von Diesel beziehungsweise Diesel-Hybrid seien geringere Geräuschwerte. Junker: „Die Gas-Busse waren durch die Ventiltechnik lauter.“

Die Hybridtechnologie rechnet sich. „Mit einer Kraftstoffeinsparung von 8,5 Prozent werden die Anschaffungsmehrkosten mehr als aufgewogen“, sagt Junker. Bei vollelektrischen Bussen wäre das nicht so. Sie sind nämlich noch rund ein Drittel teurer.

Hamburg hat politisch beschlossen, ab 2020 bei Neuanschaffungen für die VHH und Hochbahn nur noch auf vollelektrische E-Fahrzeuge zu setzen und gerade erst das erste Müllauto mit E-Antrieb in Dienst gestellt. Die SWN wollen dagegen erstmal die Erfahrungen anderer damit abwarten. „Wir als SWN in Neumünster sind im Grunde prädestiniert für die Elektro-Mobilität“, sagt Thomas Junker und nennt beim Busverkehr die kurzen und sternförmigen Linien. Gerade im Stadtverkehr müssten Busse oft beschleunigen und dann wieder abbremsen. Auch das sei ein Argument für den Elektroantrieb.

„Wir versuchen, E-Mobilität in Neumünster voranzubringen“, sagt Thomas Junker und verweist auf die insgesamt 14 SWN-Ladesäulen an der Bismnarckstraße, am Kuhberg, auf dem Parkdeck der Holsten-Galerie und beim Bad am Stadtwald. Im Fuhrpark der SWN gibt es vier vollelektrische Pkw und ein Hybridfahrzeug.

Egal, ob nun Erdgas, Diesel oder Hybrid: Die Fahrgastzahlen bei SWN Verkehr sind im Aufwind. 2017 zählten die Stadtwerke 2 670 000 Fahrgäste – 70 000 mehr als 2016. Die Busse haben eine Tageslaufleistung von jeweils rund 350 Kilometern und kommen damit auf 1,6 Millionen Nutzkilometer im Jahr. Die Busse sind im Schnitt sechs Jahre alt und werden nach 500 000 Kilometern ausgemustert. Das Liniennetz mit seinen 248 Haltestellen umfasst 450 Kilometer.

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