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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 08:01 Uhr

Preiserhöhung : SWN: Nachschlag beim Strompreis

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtwerke erhöhen Energiepreis innerhalb von drei Monaten zum zweiten Mal / Der Kubikmeter Wasser kostet ab 1. April 10 Cent mehr

von
erstellt am 14.Feb.2014 | 05:45 Uhr

Schwerer Schlag für alle SWN-Kunden: Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten erhöhen die Stadtwerke den Strompreis. Zum 1. April verteuert sich die Kilowattstunde noch einmal um 0,56 Cent auf dann 26,91 Cent (Premium-Tarif). Bereits zum Jahresbeginn hatten die Stadtwerke den Strompreis um 0,6 Cent oder 2,1 Prozent erhöht. Durch die neuerliche Anhebung verteuert sich der Strom für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt noch einmal um rund 23 Euro. Gegenüber dem Vorjahr zahlt der Kunde dann satte 4,5 Prozent mehr.

SWN-Vertriebsleiter Mathias Stolten war die Ankündigung des Preisnachschlags gestern sichtlich unangenehm. Schuld an der notwendigen Korrektur seien allerdings nicht die Stadtwerke: Die Bundesnetzagentur habe – entgegen dem üblichen Verfahren – erst Ende Dezember die Netzentgelte für die großen 380-KV-Transportleitungen genehmigt. Entgegen den vorläufigen Ankündigungen vom Oktober – damals sei von einer leichten Senkung die Rede gewesen – seien die Netzentgelte für die großen Stromautobahnen aber deutlich gestiegen, erklärte Stolten. Da die Stadtwerke jedoch verpflichtet seien, ihre Preisanpassungen sechs Wochen im Voraus anzukündigen, habe man diese Kostensteigerungen nicht mehr einkalkulieren können. Der Vertriebsleiter betonte, dass in der erneuten Anhebung ausschließlich die Mehrkosten durch die Netzentgelte enthalten seien.

Trotz der nächsten Preisanhebung sei SWN-Strom im regionalen Vergleich weiterhin günstig, sagte Stolten. So müsse ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt (Verbrauch 3500 kWh) nach den neuen SWN-Tarifen mit Jahreskosten von 1069 Euro kalkulieren. Ein gleicher Haushalt in Lübeck komme danach auf 1085 Euro, in Kiel würden 1093 Euro, in Bordesholm 1112 Euro fällig. Lediglich die Flensburger Stadtwerke unterböten nach dieser Berechnung die SWN-Preise, sagte Stolten.

Vergleichsweise glimpflich kommen die Neumünsteraner bei den neuen Wasserpreisen davon, aber auch sie steigen. Nach sieben Jahren erhöhen die Stadtwerke wieder den Verbrauchspreis. Ab 1. April kostet der Kubikmeter Frischwasser 1,53 Euro – 10 Cent mehr als bisher. Das entspricht einer Preiserhöhung um 7 Prozent. Der Grundpreis bleibt unverändert. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 80 Kubikmetern muss damit 8 Euro Mehrkosten pro Jahr einkalkulieren. Die SWN begründen den Preisanstieg mit gestiegenen Kosten für Personal, Material und Dienstleistungen sowie der Anhebung der Grundwasserentnahmegebühr, die die Wasserwerker an das Land entrichten müssen. Auch beim Wasserpreis sehen sich die Stadtwerke im Regionalvergleich gut aufgestellt. So zahlten Verbraucher in Lübeck für den Kubikmeter Wasser 1,96, Euro, in Flensburg 2,20 Euro, in Kiel 2,31 Euro.

COURIER-KOMMENTAR

Ups, schon wieder eine Stromrechnung? – Neumünsters Verbraucher dürften sich heute Morgen beim Studium der Zeitung verwundert die Augen reiben: Können die Stadtwerke nicht mehr rechnen, dass sie drei Monate nach der jüngsten Preiserhöhung für Strom erneut an der Preisschraube drehen? Aber Vorsicht, die Wahrheit ist etwas komplizierter. Vermutlich tut man den SWN Unrecht, wenn man ihnen allein die Schuld an der Kalkulationspanne zuschieben wollte. Immerhin haben die SWN bei allen Umlagen, Gebühren und Entgelten, mit denen der Strom inzwischen belastet wird, nur noch zu einem Bruchteil (etwa 25 Prozent) Einfluss auf den Strompreis. Tatsächlich gibt die Panne einen Hinweis ganz anderer Art: Die Energiewende kommt uns teuer zu stehen, und das dicke Ende steht uns vermutlich erst noch bevor!

Jens Bluhm


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