Stocksee : SVT-Zeltlager: In 13 Tagen um die Welt

Spaß muss sein: Die Rettungsschwimmer Cornel Korten (links) und Jörg Schröder befördern Emma (12) nicht sehr sanft in den See.
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Spaß muss sein: Die Rettungsschwimmer Cornel Korten (links) und Jörg Schröder befördern Emma (12) nicht sehr sanft in den See.

151 Kinder und Jugendliche aus Neumünster und dem Umland genießen mit ihren 27 Betreuern und der Küchencrew die Ferienfreizeit am Stocksee

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21. Juli 2015, 08:15 Uhr

Stocksee | 50 Kilogramm Kartoffeln und 200 Eier ergeben ein Bauernfrühstück im XXL-Format. „Hier wird in etwas größerem Maßstab gekocht“, sagt Küchenchefin Britta Clasen (47) und schwingt einen Riesen-Bratenwender. Schließlich wollen 185 hungrige Münder gestopft werden. Mit 151 Kindern im Alter zwischen 7 und 15 Jahren, ihren 27 Betreuern und der siebenköpfigen Küchenbesatzung ist das Zeltlager des Sportvereins Tungendorf am Stocksee voll belegt – wie fast immer seit 1949.

Die Kinder aus Neumünster und Umgebung reisen „In 13 Tagen um die Welt“. So lautet frei nach Jules Verne das Motto des zweiwöchigen Zeltlagers. „Es sind nur etwas weniger Tage. So lange sind die Ferien nicht“, sagt Clasens Sohn Nico. Der 23-Jährige bildet mit Sonja Stoffers (29) und Cornel Korten das Leiter-Trio im Zeltlager. Nicos Bruder Julian (20) ist ebenfalls als Betreuer dabei, Tom Luis Clasen (12) als Zeltlagerkind. Schon die Großeltern engagierten sich am Stocksee im Urlaub.

Auch viele der Zeltlagerkinder sind alte Stocksee-Hasen. Evelyn (11), Sami (12) und Nora (11) fahren zum vierten Mal mit, für ihre Freundin Mia (12) ist es eine Premiere – und auch sie ist Feuer und Flamme. „Mir gefällt es sehr, das Essen schmeckt“, sagt Mia. „Nur die Waldspiele waren nicht so toll. Es war nass im Wald“, sagt Sami. Trotzdem freuen sich alle im Quartett schon auf das Außenlager. Außerhalb des eigentlichen Geländes gibt es noch ein kleines Zelt, in dem einzelne Gruppen übernachten können. Isomatten und die Verpflegung werden mitgenommen.

Das Motto ist Programm: Jeden Tag wird ein anderes Land virtuell bereist. Dazu wird wie bei einer Schiffsbegrüßungsanlage die Flagge gehisst, die Hymne gespielt und den Kindern in der Landessprache zum Frühstück ein guter Appetit gewünscht. Gestern hieß es am Stocksee: „Welcome to Australia!“

Heimweh und Trübsal sind bei den vielen Aktivitäten ganz klar Fremdworte. So locken täglich Olympische Spiele, bei denen neben Ausdauer und Geschicklichkeit auch Teamgeist gefragt sind. Es werden Punkte gesammelt, und am Ende gibt es einen Preis. Sportlich geht es auch beim Stocksee-Triathlon zu. Der etwas abgewandelte Wettkampf startet mit einem Staffellauf, dann folgt eine Kanufahrt, und zum Schluss heißt es Schwimmen – „also falsch rum und ohne Rad“, sagt Nico Clasen.

Neben einem Seefahrerspiel gibt es noch Besuche auf einem nahen Bauernhof und einen Ausflug nach Sierksdorf in den Hansapark. Zur Zeltlagerhalbzeit lockt das Bergfest; den Abschluss der Ferienfreizeit bildet ein großes Lagerfeuer.

Über eine Neuerung sind alle froh: Die Fäkalien werden nicht mehr zweimal die Woche abgepumpt, was nicht immer appetitlich roch, sondern jetzt in einer Biokläranlage gereinigt. Dafür gab es sogar einen Zuschuss von der NDR-Umweltlotterie Bingo-Lotto.

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