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Tierischer Nachwuchs : Süße Pinguin-Küken sind die Lieblinge

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erste erfolgreiche Winterbrut im Tierpark / Anfang Dezember schlüpften die Jungtiere und wiegen schon 1522 Gramm / Mehr Nachwuchs erwartet

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 07:45 Uhr

Neumünster | Sie sind wohlgerundet, flauschig und soooo süß: Die Lieblinge aller im Tierpark sind zurzeit zwei kleine Humboldt-Pinguin-Küken. Sie sind die erste erfolgreiche Winterbrut – und dafür schon ganz schön propper: Die noch namenlosen Tierkinder, die am 4. und 6. Dezember schlüpften, brachten gestern immerhin 1522 und 1582 Gramm auf die Waage. Nicht ohne Stolz präsentierte Tierpark-Chefin Verena Kaspari mit der zuständigen Revierleiterin Ines Petersen den jüngsten Nachwuchs.

Die zwei Jungtiere – wissenschaftlicher Name: Spheniscus humboldti – schlüpften mit einem Gewicht von 100 Gramm. Sie werden von ihren Eltern mit Fischbrei gefüttert, bekommen aber zusätzlich täglich etwa 15 Sprotten in drei Fütterungen und werden fast täglich gewogen, bis sie zwei Kilogramm schwer sind. Zum Vergleich: Erwachsene Pinguine haben ein Körpergewicht von etwa fünf Kilogramm. „Zurzeit lernen sie, aus der Hand zu fressen, so können wir sie später mit Vitaminen und Salztabletten versorgen“, erklärt Verena Kaspari. Die Küken werden relativ spät der Öffentlichkeit präsentiert: „Humboldtpinguine sind Südamerikaner und andere Temperaturen gewöhnt. Die kalte Witterung macht die Brut schwierig. Wir haben daher unsere selbstgebauten Höhlen nachgebessert, die Eltern haben jetzt Sägespäne und Teppich als Boden, damit es nicht zu kalt und zu nass wird“, erklärt die Tierpark-Chefin.

Die Eltern der zwei Küken sind Olga aus Halle, die 2008 geboren wurde und im selben Jahr nach Neumünster kam. Der Vater mit dem bezeichnenden Namen „Frühe Mauser“ ist 2006 geboren, stammt aus dem Rostocker Zoo und lebt seit 2009 in Neumünster. „Die zwei sind ein erfahrenes Brutpaar, sie haben schon im Frühjahr 2015 zwei Küken erfolgreich groß gezogen“, sagt Verena Kaspari. Auch weitere Elternpaare brüten, einige Küken sind noch „in Arbeit“ – wie viele, verrät sie nicht, denn vielleicht kommen nicht alle durch. Besucher können die Tierkinder sehen, wenn sie sich im abgezäunten Freilauf tummeln – intern „Kindergarten“ genannt.

Insgesamt leben zwölf Humboldt-Pinguine seit 2008 im Tierpark. Da diese Art aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht ist, steht der Tierpark über das Europäische Erhaltungszuchtbuch (European Endangered Species Programm) in Kontakt zu anderen Zoos. „Einige Küken aus der Frühjahrsbrut gehen im Frühjahr nach Hoyerswerda. Wir halten auch Kontakt zum Stammsitz des Zuchtbuchs in England; unsere Höhlen-Bauanleitungen stoßen auf großes Interesse“, sagt Kaspari.

Die zwei Küken seien schon einmal ein solider Zuchterfolg. Das Geschlecht ist noch nicht bekannt – „dazu muss später eine DNA-Probe aus dem Federkleid untersucht werden“, erklärt Ines Petersen, die schon ein wenig „Mama“-Gefühle hat, wenn sie die Kleinen umsorgt. Und wie eine Mutter wird sie sich auch in einigen Wochen verhalten: Denn noch können die Küken nicht schwimmen. Ihr Federkleid aus flauschigen Dunen würde sich im Wasser vollsaugen. Schwimmen ist etwas, das die Küken instinktiv beherrschen, aber zuerst ist Wasser etwas Neues und Unbekanntes. Wenn sie im Alter von acht Wochen gemausert haben, wird die Revierleiterin in Gummi-Watstiefel steigen und – den Kleinen Lust auf das nasse Element machen.

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