Neumünster : Styling mit Fön und Schuhcreme: Wer ist die schönste Kuh in SH?

Die schönste Kuh Schleswig-Holsteins ist in diesem Jahr „HaH Diana“ von Andreas Bewersdorff aus Ruhwinkel im Kreis Plön.
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Die schönste Kuh Schleswig-Holsteins ist in diesem Jahr „HaH Diana“ von Andreas Bewersdorff aus Ruhwinkel im Kreis Plön.

350 Rinder wetteifern um den Titel „Schönste Kuh in Schleswig-Holstein“. Ministerpräsident Günther zeichnet Klassensieger aus.

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27. Januar 2018, 18:09 Uhr

Neumünster | Alle zwei Jahre werden die Holstenhallen zum riesigen Kuhstall. Es stand die Verbands- und Nachzuchtschau der Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) „Neumünster am Abend“ auf dem Programm. Knapp 400 Rinder aus dem ganzen Land wurden von ihren Besitzern herausgeputzt. Immerhin ging es um den Titel „Grand Champion“, gesucht wurde die schönste Kuh des Landes.

Präsentiert wurden Rinder der Rassen „Schwarzbunt“, „Rotbunt“ und „Angler“. 3000 Zuschauer verfolgten, wie die Tiere durch die Halle geführt wurden. Die Preisrichter machten sich von jedem Tier ein Bild. So wurden unterschiedliche Kategorien bewertet und miteinander verglichen. „Es gibt keine Punktzahl für die Kühe. Es wird einfach gesagt, welche die schönste ist“, erklärte Melanie Gockel, RSH-Pressesprecherin.

Zunächst wurden die Tiere je nach Rasse in verschiedene Klassen eingeteilt. Ministerpräsident Daniel Günther zeichnete die Sieger in jeder Klasse aus. Am Ende wurde unter den Siegern der „Grand Champion“ ermittelt. Dieses Jahr setzte sich die rotbunte Kuh „HaH Diana“ von Andreas Bewersdorff aus Ruhwinkel im Kreis Plön durch. Sie ist nun offiziell die schönste Kuh in Schleswig-Holstein.

Eimerdienst: Alexandra Konopka half ihrem Freund und räumte den Mist von seinen Kühen auf.
Foto: Kierstein
Eimerdienst: Alexandra Konopka half ihrem Freund und räumte den Mist von seinen Kühen auf.
 

Bevor die Tiere überhaupt die Halle betreten durften, wurde in den Katakomben noch fleißig gearbeitet. Dazu waren auch professionelle Kuhfriseure, sogenannte „Fitter“, engagiert worden.

Zu ihnen gehörte der Ire Steve McLoughlin. Zusammen mit seinen Kollegen stutzte er den angehenden Schönheitsköniginnen noch das Fell und brachte es mit Kamm und Fön in die richtige Form. Außerdem wurden die Hufe geputzt. Einige färbten die schwarzen Flecken auch noch mit Schuhcreme nach. „Haarspray kommt da auch zum Einsatz. Am nächsten Tag, wenn die Kühe wieder im heimischen Stall stehen, sehen sie dann etwas komisch aus“, scherzte Melanie Gockel. Auch Fotografen hatten ihre Kameras aufgebaut, um Bilder von den Tieren zu schießen. Diese werden dann für Fachzeitschriften verwendet.

Die Vorführer hatten ebenfalls alle Hände voll zu tun, denn ein 600 Kilogramm schweres Rind ist nicht so einfach zu halten. Jana Tobian hatte dennoch viel Spaß an ihrem kräftezehrenden Job. „Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Darauf muss man sich einstellen“, erklärte sie. So sei ihre Angler-Kuh „Rocher“ eine echte Diva, die sich nicht so einfach führen lasse. Vor allem die Lautstärke war für die Tiere ungewohnt. So büxte die eine oder andere Kuh auch mal aus und musste eingefangen und beruhigt werden.

Alexandra Konopka hätte trotzdem gerne mit Jana Tobian getauscht. Ihre Aufgabe war es, mit einem Eimer hinter den Kühen ihres Freundes aufzuräumen. „Einer muss den Mist ja entsorgen und ich helfe ihm gern“, sagte sie.

Sieben Nachzuchtgruppen von RSH-Bullen wurden an diesem Abend ebenfalls der Öffentlichkeit präsentiert. Bis in die Nacht fachsimpelten die Besucher in den Holstenhallen noch über die Vorzeige-Kühe.

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