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Holsteinischer Courier

26. September 2017 | 20:28 Uhr

Holstenköste : Stunden der automobilen Sehnsucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

40. Veteranenrallye des MSC präsentierte 105 automobile Schmuckstücke / Nach 120 Kilometern rollten die Teilnehmer am Gänsemarkt vor

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Diesel-„Duft“ lag in der Luft, Limousinen schnurrten, Motoren röhrten, blitzblank geputzte automobile Schmuckstücke defilierten Schlag auf Schlag über die Rampe am Gänsemarkt: Die 40. Veteranenrallye des Motorsportclubs (MSC) Neumünster machte alle Oldtimerfans „satt“. Am Sonntagnachmittag präsentierten sich die 105 Teilnehmer, ob mit Automatik oder Gangschaltung, ob Coupé oder Roadster, von ihrer schönsten Seite. Alle wurden launig-fachmännisch von Jürgen von Schassen vom ADAC-Schleswig-Holstein vorgestellt.

Drei Stunden lang gab es automobile Sehnsucht auf Rädern – schnittige Mercedes-Luxus-Versionen, knatternde Motorradgespanne und rampenfüllende Schlitten wie den Opel-Diplomat B, Baujahr 1977, von Ernst-Otto Reich aus Delmenhorst. Handys wurden gezückt zum Fotografieren, es wurde gestaunt, gefachsimpelt und gefilmt. Von Schassen räsonnierte über Bremskraftverstärker und Colorglas und hatte zu fast jedem Auto interessante Details in petto. Mit einem schmucken roten MGB MK Baujahr 1973 III rollten Heidi und Torsten Johne aus Kleinflintbek um 13.40 Uhr als erste vor. „Dieser Engländer ist zuverlässig und spritzig, und meine Frau geht gut mit ihm um“, sagte der 62-Jährige schmunzelnd. Dem Paar folgte der am weitesten Angereiste: John Robinson aus Großbritannien mit dem Motorrad Vincent Comet 500, Baujahr 1950.

Ein Hingucker war der Mercedes-Benz 190 SL von Heinz-Peter Schierenbeck aus Büdelsdorf: „Man investiert viel Zeit“, sagt der Energiewirtschafts-Manager in Rente. In seinem knallroten Flitzer – ein Triumph TR 4, Baujahr 1964 – fuhr Jürgen Behrendt (66), Chef der Recyling-Firma aus Neumünster, vor: „Ich habe mir damit einen Jugendtraum erfüllt.“ Lustige Details wie „Schlafaugen“ oder Wackeldackel gab es reichlich. Bei Manfred Stammanns Simson 425 T-Motorrad „flog“ die Sau auf dem Beiwagen mit. Reiner Lebede aus Heilshoop hatte auf dem Heck seines VW Cabrios einen Koffer mit Teddy, Blumen und Aufklebern dekoriert.

Imposante Formate hatten die „ganz Alten“ zu bieten – so wie der Ford A (Baujahr 1930) von Eckhard Stave aus Bornhöved. Dieter Krekeler aus Kaltenkirchen rollte mit seinem nachtschwarzen Ford Popular, Baujahr 1953, vor – ein Auto, das in alten Filmen oft als Gangsterlimousine zu sehen ist. Sportliche Einlagen legten die Zuschauer gerne ein, wenn die „XXL“-Fahrzeuge heranrollten wie der Ford G 38 der Feuerwehr Boostedt oder der Ford Transit der Freiwilligen Feuerwehr Beringstedt. Sie wurden an der Bühne vorbeidirigiert. „Das ist der Glanz vergangener Zeiten. Es ist schön, dass die Autos so präsentiert werden, man kann in Ruhe zuhören und schauen“, sagten Wolfram Klose (67) und Inge Sommer aus der Gartenstadt.

Geduldig harrte Monika Otten aus Schülp bei Nortorf aus: Ihr Sohn Fabian war „Schlusslicht“ und hatte die Nummer 105. Der 20-Jährige, der als Kfz-Mechatroniker bei Opel arbeitet, saß stolz am Steuer seines Manta A, Baujahr 1970 mit seinem Vater Wolfgang (63) als Beifahrer. „Wir fanden besonders die Chinesenrallye knifflig, wir haben uns einmal verfranzt.“ Warum speziell diese Automarke? „Diese Autos haben eine ganze Ära geprägt. Jeder Dritte, der mich sieht, sagt, dass er auch so ein Auto gefahren hat“, sagt Fabian.

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