zur Navigation springen

Ratsversammlung : Studienplätze sollen nach Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Alle Rats-Fraktionen sind sich einig: Teil der zusätzlichen 19 000 Studienplätze für Schleswig-Holstein soll in Neumünster angesiedelt werden

von
erstellt am 05.Apr.2015 | 15:00 Uhr

Neumünster | Beim Thema Hochschulanbindung sprechen die Parteien in der Ratsversammlung mit einer Stimme: Neumünster reklamiert einen Teil der 19  000 Studienplätze für sich, die nach dem Bund-Länder-Hochschulpakt bis 2020 zusätzlich in Schleswig-Holstein entstehen sollen. Der Oberbürgermeister soll Neumünsters Interesse bekunden, Standort von Fachbereichen einer bestehenden oder einer neu zu gründenden Hochschule für angewandte Wissenschaften zu werden.

Michael Schaarschmidt von den Grünen begründete den interfraktionellen Vorstoß, der einstimmig verabschiedet wurde. Die Stadt werde durch eine Hochschule bunter, jünger und vitaler. Die Stadt werde wieder wachsen. Bislang können diejenigen, die in Neumünster ihren Fachhochschulabschluss oder das Abitur gemacht haben, hier nicht studieren. Sie müssen die Stadt verlassen.

Das sei mit einer Hochschule vor Ort anders. Davon werde die Wirtschaft nicht allein durch zusätzliche Nachfrage profitieren. Studierende suchten auch Jobs und Praktikaplätze. „Sie bringen ihr Wissen mit, ihren Drang nach Veränderung“, sagte Schaarschmidt. Davon würden Unternehmen und Studenten wechselseitig profitieren. Ein Teil der Studenten werde nach dem Abschluss eine Firmengründung wagen und so den Grundstein für Arbeitsplätze legen. Die aus der Nordischen Universität heraus entstandene Firma Nutech sei so ein Beispiel. Unternehmen werde es zudem mit einer Hochschuleinrichtung vor Ort leichter fallen, hochqualifiziertes Personal zu binden.

Ein Hochschulstandort Neumünster sei auch gut für die Studenten. „Es ist keinesfalls effizienter, die Hochschulen an den bestehenden Standorten einfach weiter auszubauen“, so Schaarschmidt. Bereits jetzt stoße Kiel mit einem leer gefegten Wohnungsmarkt an seine Grenzen. Schaarschmidt stellte auch die Gerechtigkeitsfrage, warum nur die bestehenden Standorte von diesem Riesen-Schwung an neuen Studienplätzen profitieren sollten. Als Oberzentrum ohne Hochschule sei Neumünster „wie eine Fabrik ohne Konstrukteure“, also eher eine „verlängerte Werkbank. Diese bringt zwar Arbeit, aber viele der guten Jobs sind nun einmal in der Zentrale zu finden“, sagte Schaarschmidt. Und in der aktuellen Situation müsse auch niemand etwas abgeben. Schaarschmidt: „Es geht ja um die Verteilung eines neuen Kuchens.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen