zur Navigation springen

Pilotprojekt : Stubenarrest für unkastrierte Katzen: „Das ist nicht zu Ende gedacht“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tierschutzvereinsvorsitzende Gisela Bünz: Einsperren der Tiere ist nicht realistisch und nicht artgerecht

Neumünster | Hauskatzen entweder kastrieren oder zu Stubenarrest verdonnern: Der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zur Eindämmung der Zahl verwilderter Katzen wird von Tierschützern kritisch kommentiert. Auch Gisela Bünz, Vorsitzende des Tierschutzvereins, sieht diese Idee als „nicht zu Ende gedacht“. Das wirkliche Problem seien die freilaufenden Katzen, nicht die Hauskatzen, sagt sie. Der landesweiten Kastrations-Aktion bescheinigt sie lokal einen mäßigen Erfolg.

Insgesamt sieht sie das von Land, Kommunen, Tierschützern, Tierärzten und Spendern getragene Pilotprojekt als einen Schub in die richtige Richtung: „Jede Katze, die kastriert wird, ist ein Erfolg. So kriegen wir das Thema endlich in die Köpfe. Es ist bei den Behörden auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir predigen quasi täglich, dass es ein Märchen ist, dass eine Katze erst einmal werfen muss und erst dann kastriert wird. Das eigentliche Problem sind die frei laufenden, unkastrierten Kater – sowohl die zahmen als auch die wilden.“ Besonders auf dem Land sei es schwierig, Katzen einzusperren. „Das ist nicht realisierbar und nicht artgerecht“, sagt sie. Das Tierheim-Team lasse hunderte von Tieren im Jahr kastrieren. Die Landes-Aktion selbst habe nicht viel gebracht, vielleicht 25 Tiere. „Als weitere Anfragen kamen, war der Finanztopf schon leer“, sagt Gisela Bünz. Sinnvoller wäre eine zeitliche Ausweitung.

In Schleswig-Holstein leben nach Schätzungen 75 000 verwilderte Katzen; in diesem Jahr wurden etwa 8000 Tiere kastriert. Einen Erfolg gebe es auf lokaler Ebene: „Einige halbwilde Kolonien haben wir inzwischen erfolgreich kastriert, beispielsweise am Wasserturm, an der Rungestraße, beim FEK und in einigen Randgemeinden.“

Wer zu wenig Geld für eine Kastration habe, dem biete der Tierschutzverein an, mit einem Zuschuss zu helfen. „Zum Nulltarif geht es aber nicht“, betont Gisela Bünz.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 23.Nov.2015 | 17:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen