Holstenköste : Stromverbrauch wie acht Familienhäuser

Michael Klee
Michael Klee

Köstenbetreiber „verheizen“ an vier Tagen fast 28 000 Kilowattstunden

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13. Juni 2015, 14:00 Uhr

Die Köste steckt voller Energie, das weiß in Neumünster jedes Kind. Allerdings verbraucht sie auch eine ganze Menge: Rechnungen über exakt 27 894 Kilowattstunden Strom hat Elektromeister Michael Klee allein im vergangenen Jahr an rund 150 Anschlussnehmer des Trubels zwischen Gänsemarkt und Rathaus verschickt. „Die Größenordnung dürften wir auch in diesem Jahr wieder erreichen“, schätzt der Meister, der seit vielen Jahren für die Stromversorgung auf der Köste verantwortlich ist.

Wem die nackte Zahl nichts sagt: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verbraucht etwa 3500 Kilowattstunden – allerdings in einem Jahr, nicht an vier Tagen. Eine einzige Köste verheizt also in etwa den Jahresverbrauch von acht Einfamilienhäusern. Die Stromkosten von knapp 9000 Euro verteilen sich auf der Köste allerdings recht unterschiedlich. Mit Abstand am meisten Saft zieht das Riesenrad aus dem Netz; wie viel genau, mag Meister Klee nicht sagen. Kleinere Stände sind dagegen auch schon mit 25 Euro dabei. Eine durchschnittliche Losbude kommt auf 200 bis 250 Euro Stromkosten.

Wesentlich günstiger – aber lange nicht so schön – könnte die Köste ausfallen, wenn mit Einsatz der Dämmerung Schluss wäre. „Wenn die Köste am Abend ihre Festbeleuchtung einschaltet, geht der Stromverbrauch naturgemäß kräftig in die Höhe“, weiß Michael Klee aus langjähriger Erfahrung. Dann zeigt sich, wie gut er und seine Mannen im Vorfeld tatsächlich verkabelt haben: „Fliegen zu viele Sicherungen raus, waren wir schlecht. Fliegt nur eine raus, waren wir gut“, scherzt Klee, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Damit die Stromversorgung durchgehend aufrecht erhalten bleibt oder im Falle eines Falles möglichst fix wieder aufgebaut werden kann, schiebt Klee bis in die Nacht Bereitschaftsdienst.

Nicht ganz so spektakulär, aber immer noch recht eindrucksvoll ist der Wasserverbrauch der Köste: So zapfen die Bierpilze, Imbiss-Stände und Schänken an vier Köstentagen rund 370 Kubikmeter Wasser – immerhin der Tagesbedarf von rund 3000 Menschen. Die Kosten dafür trägt die Stadt aus den gestaffelten Standgebühren (5,50 bis 7,50 Euro pro Quadratmeter und Tag), ebenso wie die Kosten für Straßenreinigung (18 900 Euro), Müllabfuhr (4300 Euro), WC-Wagen (5200 Euro) oder Sicherheitsdienst (9000 Euro). Bereits von der Stadt überwiesen sind die Gema-Gebühren in diesem Jahr von genau 16 770 Euro.

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