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Winterdienst : Streuwagen sind erstmals im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

260 Kilometer Straße und fast genauso viele Kilometer Radweg müssen bei Bedarf im Stadtgebiet geräumt werden. Ein neues Internetportal liefert die Wetterdaten.

Neumünster | Es ist nur ein kleines Kreuz rechts oben auf dem Blatt Papier, aber genau dieses Kreuz ließ die Alarmglocken bei Frank Schawohl und Heiko Honermeier im Technischen Betriebszentrum (TBZ) gestern schrillen. „Reif“ steht neben dem Kasten auf der „spezifischen Glättevorhersage Neumünster“ für den heutigen Sonnabend. Dazu sind am frühen Morgen Lufttemperaturen von 1,9 Grad angekündigt, auf Brücken sogar nur 1,4 Grad. „Wir werden am Sonnabendfrüh daher sicherheitshalber über die Max-Johannsen-Brücke fahren. Das ist dann der erste Wintereinsatz in dieser Saison“, verkündete Frank Schawohl gestern Nachmittag.

An der Niebüller Straße ist man auf die kalte Jahreszeit eingestellt. 800 Tonnen Salz, 30 000 Liter Lauge als Beimischung und 200 Tonnen Sand lagern in den Hallen. Das entspricht den Mengen der Vorjahre. Bei Bedarf kann schnell nachgeordert werden. Sechs große Räumfahrzeuge, ein Unimog, neun kleinere Fahrzeuge und 76 Mitarbeiter stehen für den Einsatz gegen Glatteis und Schneeberge bereit. Sie warten nur auf den Marschbefehl von Frank Schawohl und Heiko Honermeier, die für den Winterdienst verantwortlich sind. Der Disponent Straßenreinigung und sein Kollege wiederum haben stets ihr Mobiltelefon im Blick. „Das ist neu. Wir bekommen die Wettervorhersagen nicht mehr per Fax vom Deutschen Wetterdienst, sondern online von der Meteo-Gruppe aus Berlin“, sagt TBZ-Fachdienstleiter Ingo Kühl. Finanziell habe der Wechsel keine Auswirkungen, allerdings kämen die Daten schneller und seien bequemer abrufbar.

260 Straßenkilometer müssen bei Bedarf im Stadtgebiet geräumt und gestreut werden. Bei den Radwegen sind es nun etwa 255 Kilometer und damit einige wenige mehr als im Vorjahr, denn der Krückenkrug und die Einfelder Schanze sind neu hinzugekommen.

Gab es im Winter 2012/2013 noch 52 Einsätze, waren es in der vergangenen Saison gerade einmal 16. Das machte sich natürlich auch im Streumittel-Verbrauch und beim Personaleinsatz bemerkbar. Statt 905 Tonnen Sand und 1471 Tonnen Salz vor zwei Jahren wurden nur 400 Tonnen Sand und 600 Tonnen Salz auf die Straßen und Wege gebracht. 4821 Arbeitsstunden 2012/2013 standen 1720 gegenüber. „Und derzeit sieht es ja auch noch nicht nach Winter aus“, sagt Ingo Kühl.

Trotzdem gibt er wie in jedem Jahr schon mal einen wichtigen Hinweis an die Bürger: „Wo nicht von uns geräumt wird, sind Schnee oder Glätte von 8 Uhr bis 20 Uhr unverzüglich zu beseitigen. Die Streu- und Räumbreite auf Fußwegen sollte mindestens 1,20 Meter betragen.“ Und dann hat er noch eine Bitte an alle Autofahrer: „Es wäre schön, wenn die Straßen nicht zugeparkt werden, damit die Räumfahrzeuge durchkommen.“

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