Silvesterbilanz : Stressiger Jahreswechsel für die Retter

An der Beethovenstraße brannten mehrere Mülltonnen unmittelbar neben einer Garage. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Verletzt wurde niemand.
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An der Beethovenstraße brannten mehrere Mülltonnen unmittelbar neben einer Garage. Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte waren im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Verletzt wurde niemand.

Alkohol, ein falscher Umgang mit Feuerwerk und internistische Notfälle hielten die Helfer auf Trab. Polizei spricht von überschaubaren Einsätzen.

shz.de von
02. Januar 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Die traditionell einsatzstärkste Nacht des Jahres für Polizei und Feuerwehr von Silvester auf Neujahr hat diesmal besonders den Rettungsdienst gefordert. Nach Angaben von Jan Steinert, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr, rückten die Krankenwagen in der Zeit von 17 Uhr am Silvesterabend bis 7 Uhr am Neujahrsmorgen zu insgesamt 38 Einsätzen aus. Im Vorjahr waren es nur 21. Und auch bis in die Mittagszeit des Neujahrstages waren die Helfer quasi im Dauereinsatz. Dabei spielten übermäßiger Alkoholgenuss, aber auch der falsche Umgang mit dem Feuerwerk und einige internistische Notfälle eine Rolle. Schwerverletzte habe es aber nicht gegeben, so Steinert.

Die Berufsfeuerwehr rückte zu neun Containerbränden und Kleinfeuern aus. In einem Fall war auch die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte im Dienst. Im Vorjahr hatte es noch vier größere und sechs kleinere Brände gegeben. Verletzt wurde diesmal niemand. Auf dem Balkon eines Hauses an der Koldingstraße richtete der Brand eines Trockenblumenstraußes um kurz nach Mitternacht durch die Aufmerksamkeit der Anwohner keinen nennenswerten Schaden an. „Für den Löschzug war es bis auf eine kurze Häufung von Kleinfeuern nach Mitternacht ein durchwachsener und eher normaler Jahreswechsel“, sagte Steinert gestern.

Die Einsatzbelastung der Polizei in Neumünster fiel nach Auskunft von Sprecher Sönke Hinrichs ähnlich verhalten aus wie im Vorjahr. „Die Beamten der beiden Polizeireviere sprachen unisono von einem überschaubaren Jahreswechsel, obwohl das Wetter durchaus partygerecht war“, sagte Hinrichs. Die Regionalleitstelle in Kiel zählte im Zeitraum von Silvester 18 Uhr bis 6 Uhr am Neujahrsmorgen 70 Einsätze (65 im Vorjahr, 89 vor zwei Jahren). Besonders spektakuläre Einsätze seien nicht dabei gewesen, Polizeibeamte wurden nicht verletzt, so Hinrichs. Gleichwohl spielte der Alkoholkonsum wieder eine maßgebliche Rolle. So nahmen die Beamten unter anderem 12 Anzeigen (8 im Vorjahr) wegen Körperverletzung auf. Zwei Personen wurden nach einem handfesten Familienstreit im Sachsenring und einer Schlägerei in der Wasbeker Straße in Gewahrsam genommen.

Im Tasdorfer Weg wurden gegen 4 Uhr am Neujahrsmorgen zwei Männer beobachtet, als sie sich mit Böllern an einem Zigarettenautomaten zu schaffen machten. Die Ermittlungen dauern an.

In fünf Fällen rückten die Beamten außerdem wegen Streitigkeiten aus. Und mehr als ein Dutzend Mal wurde die Polizei gerufen, weil sich Anrufer in ihrer Ruhe gestört fühlten, Hunde frei herum liefen oder Jugendliche böllerten und Feuerwerk angeblich auf Passanten und Autos warfen.

Zwei Streifenwagen standen gegen Mitternacht zur Sicherheit auch auf der Max-Johannsen-Brücke. Rund 80 Menschen hatten sich dort versammelt, um friedlich das neue Jahr zu begrüßen und das Feuerwerk über der Stadt zu bestaunen. „Die Brücke entwickelt sich langsam zu einer Tribüne“, erklärte ein Passant schmunzelnd.

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