zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 07:50 Uhr

Vortrag : Streiter für die Energiewende

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Robert Habeck diskutierte mit 30 Gästen über Klimaschutz

Neumünster | „Robert Habeck kommt authentisch rüber“. „Er nennt die Dinge beim Namen“. „Seine Gedankengänge und Argumentationen kann man gut nachvollziehen, auch wenn man nicht seiner Meinung ist.“ – Anerkennende Worte für Schleswig-Holsteins „Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume“ gab es am Montagabend von allen Seiten. Der Kreisverband der Grünen hatte zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung ins Kiek In geladen, 35 Besucher zeigten sich interessiert, was der Minister zum Thema „Klimaschutz und Energiewende in Schleswig-Holstein“ zu sagen hatte.

„Um die Erderwärmung zu bremsen, muss die Energieversorgung radikal umgestellt werden“, davon sei er fest überzeugt und setze deshalb auf erneuerbare Energien, sagte Habeck. Er beharre nicht auf den Abbau fossiler Brennstoffe, weil er ihn bei seinem Amtsantritt 2012 angekündigt habe, sondern weil dieser Schritt ganz dringend nötig sei. „Die Erhöhung der Meeresspiegel erleben wir in Schleswig-Holstein hautnah“, mahnte der Minister. 70 Millionen Euro stelle das Land jedes Jahr für Deicharbeiten zu Verfügung. „Diese Summe ist fest im Haushalt verankert“, sagte Habeck. „Als reiche Nordeuropäer können wir diese Maßnahmen gegen Überschwemmungen treffen, aber was ist mit den armen Ländern?“, fragte der Flensburger.

Was er denn von der Verspargelung der Landschaft durch Windräder und deren Einfluss auf die Gesundheit von Anwohnern halte, wollte das Publikum wissen. „Ich verstehe das Dilemma“, sagte ein Besucher. „Aber man sollte bei der Aufstellung von Windrädern auch die Gesundheit der Menschen berücksichtigen“, forderte er. „Ich nehme Ihre Sorgen ernst“, erwiderte Habeck. Es gebe Vorgaben in Schleswig-Holstein, die beide Seiten berücksichtigten. „Wir müssen jetzt handeln. Meine Maßgabe ist: ich will nicht warten. Schleswig-Holstein wird den Klimawandel nicht verhindern, aber wir können Vorbild für andere sein. Entweder nehmen wir Paris ernst und schenken reinen Wein ein, oder wir legen unsere Hände in den Schoß und sagen: ,wir schaffen das nicht“‘. Er habe sich für Ersteres entschieden und deshalb beschlossen, seine politische Leidenschaft, die er im Amt entdeckt habe, auf Bundesebene anzubieten, sagte Habeck.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen