Streit um Küche: Ex-Mieter muss Einbauten herausrücken

justizhammer

von
30. Januar 2018, 13:28 Uhr

Mieter und Vermieter sollten bei Vertragsabschluss genau festhalten, was zur Wohnung gehört und was nicht. Wie schnell das Fehlen einer klaren Inventarliste bzw. eines Übergabeprotokolls zu Missverständnissen führen kann, musste ein junges Pärchen erfahren, dass sich vor dem Amtsgericht wegen Unterschlagung verantworten musste.

Der Vermieter hatte das Paar angezeigt, weil es beim Auszug aus seiner Wohnung an der Hanssenstraße die Einbauküche im Wert von etwa 3500 Euro ausgebaut und in die neue Wohnung mitgenommen hatte. Weil das Mietverhältnis im Streit beendet worden war, hatten beide Parteien vor dem Auszug nicht mehr miteinander gesprochen.

Der junge Familienvater fühlte sich zu Unrecht angeklagt: Die Küche sei ihm vom Vermieter beim Einzug für seine wochenlangen Arbeiten in der Wohnung versprochen worden, mit denen er die Wohnung erst bewohnbar gemacht habe. Die Küche sei daher in seinen Besitz übergegangen.

Sein Problem: Ein klare Abmachung, welche Arbeiten in der Wohnung noch zu erledigen waren, und was dafür als Gegenleistung erbracht werden sollte, gibt es nicht.

Der Vermieter mochte sich vor Gericht nicht an die mündliche Abmachung erinnern. Weil die Wohnung noch renoviert werden musste, habe er zwar Material für neue Fußböden und Farbe bezahlt, von der Küche als Abgeltung für Renovierungsarbeiten sei aber nie die Rede gewesen, erklärte er.

Nach intensiver Recherche bei den Zeugen über die Dauer und den Umfang der Renovierungsarbeiten, urteilte die Richterin: Drei Wochen Renovierung und Malerarbeiten, da könne man noch nicht davon ausgehen, dass man eine Einbauküche für 3500 Euro geschenkt bekomme. Wegen Unterschlagung verurteilte sie den derzeit arbeitslosen Angeklagten zu 300 Euro Geldstrafe und Herausgabe der Küche.

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