Rickling : Streit um Kita-Anbau

Die Kita in Rickling muss erweitert werden. Doch die Gemeindevertreter können sich nicht einigen, wie das passieren soll.
Die Kita in Rickling muss erweitert werden. Doch die Gemeindevertreter können sich nicht einigen, wie das passieren soll.

Modulbau oder Anbau: Die Gemeindevertreter können sich nicht einigen.

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27. Januar 2018, 11:00 Uhr

Rickling | Vorgesehen war ein Beschluss über die Erweiterung der Kindertagesstätte in Rickling um zwei Gruppen. Doch die Gemeindevertreter lieferten sich auf ihrer Sitzung Wortgefechte, und am Ende wurde die Entscheidung vertagt.

Es gab erhitzte und lange Diskussionen zwischen den Fraktionen CDU, SPD und ABR (Aktive Bürger Rickling), aber auch innerhalb der Wählergemeinschaft ABR. Einig war man sich immerhin darin, dass die geplanten 25 Plätze zu wenig sind.

Keno Jantzen (CDU) schlug vor, den Anbau mit zwei Gruppenräumen beizubehalten und den vorgesehene Bewegungsraum als Notraum für eine weitere Gruppe zu nutzen. Ob für diese Plätze dann noch Geld aus Fördertöpfen fließe sei nicht sicher, gab Andrea Wagner-Schöttke (SPD) zu bedenken.

Außerdem wies sie auf nötige bauliche Erweiterungen zum Beispiel der Sanitäranlagen hin. Die von Manfred Czub (ABR) verteidigte Möglichkeit, eine Modulbauweise zu prüfen, lehnte Parteigenosse und Bürgermeister Christian Thomann mit Blick auf die Zeitnot ab. „Der Vorschlag ist so unsicher und indifferent, dass er ein halbes Jahr bräuchte, um beschlussfähig zu sein.“ Jantzen warf außerdem ein, dass die Gemeinde für einen Modulbau ein Grundstück erwerben müsste, die Kirchengemeinde den Platz zum Anbau aber frei zur Verfügung stellt.

Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Heide Rühe-Walchensteiner, gab weiterhin zu bedenken: „Eine Modulbauweise wird nicht in allen Kreisen gefördert.“ Sollte außerdem ein zweiter Träger in Frage kommen, werde nur einer von beiden finanziell gefördert, erklärte sie. Im Frühjahr 2017 hatte die Gemeinde beschlossen, der Kirche die Planung für den Erweiterungsbau zu übertragen. „Wir hatten den Auftrag für einen Massivbau für zwei Gruppen“, erinnerte Heide Rühe-Walchensteiner.

Die Kostenschätzung für den vom Architektenbüro Schnack und Ellerbrock ausgearbeiteten Bau liegen bei 1,2 Millionen Euro für 25 Plätze. Einen wachsenden Betreuungsbedarf für Kinder erwartet Rickling wegen des geplanten Neubaugebiets zwischen Rosenweg und Eichbalken. Das Areal soll Platz für etwa 40 Grundstücke bieten.

Zu viele grundlegende Fragen sind noch offen in Sachen Kita-Erweiterung. Deswegen einigten sich die Gemeindevertreter nach einer Unterbrechung ihrer Sitzung darauf, das Thema in einer Sondersitzung des Finanzausschusses zusammen mit dem Kirchengemeinderat als Träger am 12. Februar zu beraten. Dort soll erneut über die Finanzierung und den Bau gesprochen werden.

Außerdem wurde bekräftigt, die Erschließungsstraße zum künftigen Neubaugebiet nach Ricklings Ehrenbürger Martin Meiners zu benennen. Bei einem Patt von neun zu neun Stimmen gilt weiterhin der Beschluss der Gemeindevertretung aus dem Jahr 2011. Die ABR hätte lieber ein Gebäude oder einen Platz nach Meiners benannt.

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