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Gewerbeflächenmonitoring : Streit um Gewerbe-Analyse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt möchte an einer Untersuchung mit Kiel teilnehmen, in der Politik gibt es hingegen Bedenken.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt möchte sich gemeinsam mit dem Kreis Plön, dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und der Landeshauptstadt Kiel inhaltlich und finanziell an einem so genannten Gewerbeflächen-Monitoring (Gemo) beteiligen. Dabei werden freie Flächen für Unternehmen aufgenommen und kartiert, um sie gemeinsam besser vermarkten zu können. Die Kosten beziffert die Stadt auf 4125 Euro. Doch in der Politik gibt es Bedenken.

„Wir lehnen so ein Monitoring ab. Es geht dabei nicht nur um das Geld, sondern auch darum, dass das Projekt Kapazitäten in der Stadtverwaltung bindet“, erklärte CDU-Fraktionschef Gerd Kühl. Zudem solle sich Neumünster lieber auf die Metropolregion Hamburg beschränken, als zusätzlich in der Kiel-Region aktiv zu sein. Ähnlich skeptisch zeigen sich auch die anderen Ratsfraktionen. Den Nutzen der Teilnahme müsse die Stadt vor dem endgültigen Beschluss der Ratsversammlung am 13. Juni noch herausarbeiten, lautet der Tenor. Auch für zwei weitere Untersuchungen will oder muss die Stadt Daten liefern, nämlich für den A  7-Süd-Entwicklungsplan und die Landesplanung.

OB Dr. Olaf Tauras verteidigt die geplante Beteiligung. „Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass unsere Gewerbeflächen Eingang finden in die Regionalplanung. Es macht doch keinen Sinn, wenn das Gemo gar nicht oder falsch abgebildet wird“, sagte er. Ute Spieler, Fachdienstleiterin Stadtplanung und Stadtentwicklung, erklärte, die anderen Monitorings hätten noch gar nicht begonnen. „Kiel ist da schneller und intensiver.“ Die erhobenen Daten könnten für die A  7-Süd-Region und die Landesplanung dann verwendet werden und dort einfließen. Und Stadtbaurat Thorsten Kubiak betont, durch den Einsatz der gut 4000 Euro sei es künftig möglich, mehr Fördergelder zu bekommen.

Positiv bewertet die Verwaltung zudem, dass sich die Projektgruppe der Kiel-Region für Neumünster ausgesprochen habe. „Eine Beteiligung ist von Bedeutung, um aus gesamtregionaler Sicht auch mit der Landesplanung in einen Dialog über die Flächenentwicklung für den Planungsraum II im Land zu treten. Die vorliegenden Ergebnisse bieten somit eine Grundlage für die Neuaufstellung und zukünftige Fortschreibung der Regionalpläne. Die Betrachtung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes gewährleistet außerdem, dass regionale Informationen ausgetauscht werden und Abstimmungen über die Entwicklung und Vorhaltung von Gewerbeflächen stattfinden“, heißt es in dem städtischen Antrag, der nun zunächst im Planungs- und Umweltausschuss und im Finanzausschuss debattiert wird.

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