Werbetafeln : Streit um die Kundenstopper

Die Stadt möchte Werbeaufsteller in der Innenstadt wie hier auf der Lütjenstraße am liebsten ganz verbieten. Die SPD will die Vorlage in der Ratsversammlung entschärfen.
Die Stadt möchte Werbeaufsteller in der Innenstadt wie hier auf der Lütjenstraße am liebsten ganz verbieten. Die SPD will die Vorlage in der Ratsversammlung entschärfen.

Die SPD will die Ratsvorlage entschärfen. Die Linke sieht keinen Handlungsbedarf

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08. Juli 2015, 12:00 Uhr

Neumünster | Die SPD ist gegen ein Totalverbot von Werbetafeln (sogenannten Kundenstoppern) in der Innenstadt, wie es die Verwaltung vorschlägt. In einem Änderungsantrag für die nächste Ratsversammlung möchte Ratsherr Claus-Rudolf Johna die Zahl der Werbetafeln stattdessen auf einen Werbeträger und einen Fahrradständer pro Geschäft beschränken. Das hatten Geschäftsleute auch bei einer Anhörung mit der Stadt im vergangenen Jahr vorgeschlagen (der Courier berichtete).

Eine Begrenzung der Kundenstopper mache durchaus Sinn, um Auswüchse zu verhindern, räumt Johna ein. Die völlige Versagung der Werbeträger würde aber die Betreiber besonders von kleinen Geschäftslokalen unverhältnismäßig stark benachteiligen, argumentiert der Ratsherr und verweist dabei auf die zu erwartende Konkurrenz durch die Holsten-Galerie.

Johna kritisiert dabei auch die Stadtverwaltung: Man könne nicht eine Anhörung mit den Betroffenen organisieren und dann deren berechtigte Einwände einfach ignorieren, sagte der Ratsherr.

Auch die Linke kritisiert die Pläne der Stadt: „Die Aufsteller stören uns nicht. Die Gestaltung der Außengastronomie ist dem Niveau entsprechend“, sagte Linken-Ratsherr und Kreisvorsitzender Jonny Griese. „Wenn ECE andere Vorstellungen hat, sollten die Parteien sich nicht als Handlanger hergeben“, meint Griese, der auch Kreisvorsitzender seiner Partei ist. Absurd sei das Argument, dass die Verkehrssicherheit durch die Aufsteller gefährdet sei. Die wirkliche Gefährdung sei der Zustand der Fahrradwege auf dem Großflecken und Kuhberg, so Griese. „Für Fußgänger ist das ein wahres Überlebenstraining! Eine Kennzeichnung durch Farbmarkierungen wie in anderen Städten ist in Neumünster offenbar unmöglich“, kritisiert der Linken-Ratsherr.

Auch der Fahrradclub ADFC, der sich in der Vergangenheit wiederholt über die Stellschilder beschwert hatte, zeigte gestern Verständnis für die Einzelhändler: „Es wäre schon viel gewonnen, wenn die bestehenden Regeln schärfer kontrolliert würden“, sagte ADFC-Sprecher Uwe Mohns. Es gebe schwarze Schafe unter den Geschäftsleuten, die die Schilder immer wieder unerlaubt tief in den Straßenraum schöben. Die Fußgänger wichen dann zwangsläufig in den Radweg aus und behinderten den Radverkehr, sagte Mohns. Es sei richtig und gut, dass die Stadt dieses Problem endlich angehe, ob mit oder ohne Totalverbot.

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