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Holsteinischer Courier

15. Dezember 2017 | 00:19 Uhr

Streik auch in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

500 Kita-Kinder sind von dem Ausstand betroffen. Auch viel Müll bleibt stehen.

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 07:00 Uhr

Neumünster | Die Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst werden morgen auch in Neumünster deutlich zu spüren sein. Unter anderem trifft es wieder viele Kita-Kinder. Nach Schätzung von Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Frühkindliche Bildung bei der Stadt, werden rund 500 Mädchen und Jungen im Alter zwischen ein und zehn Jahren mit ihren Eltern vor verschlossenen Türen stehen. Denn acht von neun Kitas beteiligen sich an dem eintägigen Warnstreik – wenn auch unterschiedlich intensiv. Auch bei der Müllabfuhr und in einigen Anlaufstellen wird nicht gearbeitet.

Grund für den Ausstand ist das Scheitern der jüngsten Verhandlungsrunde im Tarifstreit. „Vor diesem Hintergrund hat die Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik aufgerufen“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz.

Komplett bestreikt und somit geschlossen wird die Kita Gartenstadt. In den Kindertagesstätten Einfeld, Faldera, Haartallee, Schwedenhaus, Schubertstraße, Volkshaus und Wittorf gibt es Streiks oder Teilstreiks. Eltern, die dringend eine Betreuung für ihre Kinder brauchen, werden gebeten, die Kitaleitung anzusprechen. „Wir versuchen, sie in dringenden Fällen in den Kitas zu organisieren“, sagte der Stadtsprecher. Von den neun städtischen Kitas bleibt nur die Hauke-Haien-Kita komplett geöffnet.

Auch die Beratung der Kindertagespflege und die Kfz-Zulassungsstelle bleiben geschlossen. Außerdem hat der Streik Auswirkungen auf die Müllabfuhr; vor allem Restabfall, Biomüll und Altpapier bleiben wohl stehen. „Die Bürger in Gadeland und Teilen der Innenstadt werden dennoch gebeten, ihre Tonnen an die Straße zu stellen. Sollte der Müll nicht abgeholt werden, wird erst zum nächsten regulären Termin geleert. Die Freitagsleerung sollte wie gewohnt stattfinden. Auch die Sperrmüllabfuhr und der Recyclinghof an der Niebüller Straße sind betroffen. Beeinträchtigt sind außerdem die Straßenreinigung, Grünflächenpflege und Straßenunterhaltung. Eine gute Nachricht kommt von den Stadtwerken: „Die SWN-Busse fahren nach Fahrplan. Sie werden nicht bestreikt“, hieß es.

Standpunkt:

Nicht schon wieder die Kitas:

Okay, es ist nur ein eintägiger Warnstreik. Da springt sicher mal Oma ein und hütet das Kind. Oder der Arbeitgeber drückt ein Auge zu. Und trotzdem beginnt mit dem erneuten Streik für viele Eltern eine Zitterpartie. Der immerhin vier Wochen dauernde Kita-Streik im vergangenen  Jahr steckt vielen noch in den Knochen, hat Nerven und Portemonnaie mancher  Familie nahezu ruiniert.  Die Forderungen erneut auf dem Rücken  der Eltern auszutragen, ist deshalb ein starkes Stück.

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