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Boostedt : Streifen für Radler endet mitten im Dorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Boostedter Bahnhofstraße: Der Fahrradschutzstreifen wird zunächst nicht weitergezogen

Boostedt | Eigentlich sollte die Boostedter Bahnhofstraße (Kreisstraße 36) beidseitige Fahrradschutzstreifen vom Kreisel an der Neumüsterstraße über die Sanierungsstrecke hinaus bis zum Ortsausgangsschild Richtung Kleinkummerfeld/Latendorf erhalten. Doch nun hat der zuständige Kreis Segeberg die bereits vorbereiteten Markierungsarbeiten in Höhe der Straße Dannbarg gestoppt und wird sie auch nicht fortführen.

Grund für diese Entscheidung ist die Einschätzung, dass die Betonstreifen, die sich im Anschluss an die neu asphaltierte Strecke zu beiden Seiten am Straßenrand befinden, eine Gefahrenstelle für Fahrradfahrer darstellen. „Die Betonbalken sind schadhaft und weisen einen Höhenversatz in Längsrichtung aus. Damit steigt die Sturzgefahr für Radfahrer, wenn sie gezwungen werden, innerhalb des Schutzstreifens zu fahren“, erklärte Lorenz Ebeling vom Segeberger Tiefbauamt auf Anfrage.
Würde man hier einen Fahrradschutzstreifen markieren, hätte dieser bei einer vorgeschriebenen Breite von 1,25 Metern nach Abzug von 50 Zentimetern für den Betonstreifen nur noch eine effektive Fahrbreite von 75 Zentimetern. „Und dies ist nicht zulässig“, erläuterte er.

Der Ausbau der Kreisstraße 36 soll jetzt zwar vorangetrieben werden. Doch einen Termin gibt es noch nicht. „Realistisch ist diese Maßnahme wohl erst ab 2016 denkbar“, mutmaßte Ebeling vorsichtig.

Bedauerlich findet dies Niels Thomsen vom Boostedter Bauamt. „Ich fahre da jeden Tag. Für mich ist die Argumentation einer Gefahrenstelle nicht ganz nachvollziehbar. Aber es liegt nicht in unserer Entscheidung, die Markierung weiterzuführen“, sagte er. Die noch relativ neue Nutzung von Fahrradschutzstreifen an sich hat sich bereits nachweislich andernorts als unfallverhütende Maßnahme bewährt. Doch so mancher Autofahrer tut sich mit diesen neuen Wegen noch schwer. Wie Jürgen Stick, Leiter des Boostedter Ordnungsamtes, berichtete, gebe es immer wieder Nachfragen zum Befahren der Streifen. „Einige glauben, dass sie den optisch abgeteilten Raum gar nicht befahren dürfen und beschweren sich über eine nun zu geringe Breite der Straße“, erzählte er.

Die Regelung in der Straßenverkehrsordnung sei in
dieser Hinsicht jedoch ganz eindeutig. Solange kein Radfahrer auf dem Streifen fährt, gilt die gesamte Breite als Fahrbahn. „In puncto Parken gilt an den markierten Strecken außerdem
das absolute Halteverbot. Sonst macht der Schutzstreifen ja
auch keinen Sinn“, erläuterte Jürgen Stick.




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