zur Navigation springen

Schadstoff-Entsorgung : Straßensanierung unter Atemschutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Belasteter Asphalt auf der Wittorfer Straße wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen abgefahren. Anlieger sollen Fenster und Türen geschlossen halten

von
erstellt am 15.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Die Giftstoffbelastung im Asphalt auf der Wittorfer Straße ist offenbar bedenklicher als bislang angenommen. Auf Empfehlung der Berufsgenossenschaft werde man das belastete Material in den nächsten vier Tagen unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen entsorgen lassen, kündigte gestern SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt an.

Die Arbeiter sollen bei der Entsorgung Gummistiefel, Einmalanzüge und Schutzmasken tragen. Per Handzettel werden die Anlieger zwischen Ring und Reventlowstraße heute Vormittag aufgefordert, während der Arbeiten auf der Straße Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Stadtwerke wollen in der Wittorfer Straße zwischen Ring und Reventlowstraße neue Fernwärmeleitungen verlegen. Bereits beim Aufnehmen der Asphaltdecke vor drei Wochen war den Tiefbauern ein ungewöhnlicher Geruch aufgefallen. Die Arbeiten waren daraufhin unterbrochen worden. Experten zogen Proben aus den Teerbrocken und stellten überhöhte Konzentrationen von so genannten „polyzyklisch aromatischen Kohlenwasserstoffen“ (PAK) im Gestein fest (wir berichteten). PAKs gelten als stark krebserregend. Sie können beispielsweise mit dem Baustaub in den menschlichen Körper gelangen und sich dort anreichern.

Der belastete Asphalt soll jetzt auf abgedeckten Lkw zu einer Spezialfirma nach Bornhöved gebracht werden, die das Material entsorgt. Die Arbeiten dazu sollen heute Mittag gegen 13 Uhr beginnen. Bis dahin wollen Mitarbeiter der Stadtwerke und der Baufirma die Anwohner auch im Gespräch informieren. „Wir möchten die Anwohner gern persönlich ansprechen“, sagte SWN-Sprecher Schmidt. Der Abtransport wird voraussichtlich bis Freitag dauern.

Wegen der PAK-Belastung hatte die Baustelle rund drei Wochen stillgelegen. „Wir hoffen jetzt, den Zeitverlust wieder aufholen zu können“, sagte gestern Ludwig Feldmann, der für die Baustelle zuständige Projektleiter bei den SWN. Auf jeden Fall wolle man die Straße noch vor der Winterpause wieder asphaltieren und die Baustelle freigeben, sagte Feldmann. Allerdings könne es je nach Witterungslage sein, dass man die Fahrbahn im kommenden Frühjahr noch einmal kurz anfassen müsse.

Ursprünglich sollte die Baustelle bereits im November wieder aufgehoben werden. Wegen der Bauarbeiten ist die Wittorfer Straße zwischen Ring und Reventlowstraße derzeit nur als Einbahnstraße stadtauswärts zu befahren.

Auch in dieser Woche müssen sich Autofahrer auf dem Ring auf mehrere Wanderbaustellen einrichten: auf dem Hansaring zwischen Roonstraße und Ehndorfer Straße, auf dem Holsatenring zwischen Ehndorfer Straße und Boostedter Straße sowie auf dem Sachsenring zwischen Boostedter und Plöner Straße. Bereits gestern wurden auf dem Ilsahl mehrere Fahrbahnabschnitte ausgebessert.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen