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Ba-Da-Boom : Straßenmusik-Festival lockte die Massen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 12 000 Besucher wollten die 300 Musiker in der Innenstadt hören. Buntes Kaleidoskop von Musikstilen zwischen Rathaus und Bahnhof.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Verträumte Balladen, lässiger Rap, 50er-Jahre-Schlager, französische Chansons à la Edith Piaf oder wilder Punk: Musik jeder Couleur war am Sonnabend vom Rathaus bis zum Bahnhof zu erleben. Auf dem Straßenmusik-Festival Ba-Da-Boom verteilten sich den ganzen Tag lang rund 300 Musiker aus ganz Schleswig-Holstein auf zwölf Spielorte und brachten die Stadt zum Klingen. Etwa 12 000 Besucher erwanderten sich das bunte Kaleidoskop von Musikstilen, schätzte Organisator Marco Ramforth. „Das war gefühlt das bisher beste Festival, die Musiker waren alle glücklich“, so sein Fazit.

Schon die erste Runde bot von allem etwas: Petra Stelling und Manfred Spiegel trugen vor dem Vivano die etwas andere Version des Nirvana-Hits „Smells like a Teen Spirit“ oder passend zum schönen Wetter „Summertime“ vor. Auf dem Gänsemarkt verbreiteten die B-Engels lebensbejahende Botschaften, vor der Post-Passage rockten Sängerin Jennifer Hans und Saxofonistin Sonja Vollmer vom Ba-Da-Boom-Dauergast Beatshock mit „Music“ und „We need a lover“ ihre Fans. „Das ganze Ambiente stimmt, das ist ein schöner Stadtbummel mit Musik“, waren sich Thomas und Marion Hans, Eltern der Sängerin, einig.

Wer etwas Bestimmtes sehen wollte, wurde durch Übersichten an jedem Spielort informiert. Rund um den Großflecken gab’s die bunte Mischung: Maritimes von der Reeperbahn von Liederwind an der Lütjenstraße, ein entzückender Pink Panther vom Querflöten-Orchester Tutti Flutti vor Tchibo, lässige deutsche Texte von Capsaicin vor der „Brücke“, witziger Schlagerkult von Sängerin Cindy Sennheiser vor dem Fischrestaurant Nordsee und „die schönste Frau der Stadt“ von „Mein Ton“ vor dem Vivano. Melodisch ging es auf dem Kleinflecken mit Saxofon-Musik und dem 17-Hippie-Ensemble der Musikschule zu. Auf dem Gänsemarkt schrie Sänger Luca Behnke von „We all have Secrets“ rebellische Botschaften; am Bahnhof tobten sich die Gruppen „Wiagra“, „Hirnversteigerung“ und „Böhse-Onkelz-Cover“ von Tommys Rockschool aus.

Auftritte gab es auch für kleine Künstler: Tonsicher begleitete sich an der Lütjenstraße Josch (11) aus Kiel am Cello; bei der Band „Alles in Ordnung“ rockte Janne (11) vor der „Brücke“ den Adèle-Hit „Rolling in the Deep“. Kuriose Konstellation: Den Polizisten mit ihren schwarzen Hüten, die locker-lässig über Geldmangel sangen, zollten Skinheads begeistert Beifall. Apropos Geld: So mancher Taler wanderte in die Hüte – das Publikum zeigte sich spendabel wie bei „Diazpora“. Mit ihren fetzigen Funk-Nummern legte die dynamische Bielefelder Truppe zum Festival-Ende einen mitreißenden Auftritt hin.

Extra für Ba-Da-Boom frei genommen hatten sich Jürgen Dethlefs (60) und seine Frau Hannelore aus Gadeland. Sie wollten zum Lutherchor: „Der hat ein vielseitiges Repertoire“, sagte das Paar und lauschte „Hava Nagila“ und „Marmor, Stein und Eisen“. Ihr Urteil zum Festival: „Perfekter kann sich eine Stadt nicht präsentieren.“

Etwa 20 Prozent mehr Besucher kamen, schätzte Ramforth: „Das ist das größtes Festival dieser Art im Norden. Wenn wir landesweit werben könnten, gäbe das noch ganz andere Zahlen. Diese Veranstaltung wirkt auch auf den Umsatz. Da werden Synergie-Effekte verschenkt.“

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