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Gross Kummerfeld : Straßenmusik: Das Glück in der Fußgängerzone

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Musiker und Kabarettist Frank Grischek stellte sein Akkordeon vor.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 06:30 Uhr

Gross Kummerfeld | Das Akkordeon – Geschichte, Ignoranz und Perspektiven: Missmut und Musikalität schließen einander nicht aus. Davon überzeugte der Musikkabarettist Frank Grischek sein 140-köpfiges Publikum am Sonnabend im Kuhstall auf Hof Isemohr in Kleinkummerfeld aufs Beste.

Bei den Kleinkummerfelder Kuhstall-Konzerte hatten die Besucher dem „Straßenmusiker“ mit seinem Akkordeon oder, wie Grischek selbst es ausdrückte, der Bürde seines Lebens, Unterschlupf gewährt. Das Publikum riskierte damit „eine Geldanlage für einen Moment des Glücks“ in Form der Eintrittskarte und wurde dafür mit dem grandiosen Programm „Unerhört“ belohnt.

Im schulmeisterlichen Vortrag über den Aufbau seiner weit unterschätzen Quetschkommode sowie deren Herkunft unterrichtete Grischek seine Zuschauer mit stoischer Miene – und dies teils praktisch ohne Luft zu holen.

Und unter dem Motto der Standardfrage „Akkordeon? Und was machen Sie so beruflich?“ erklärte er seinen amüsierten Zuhörern, dass sie ihre Sicht auf Musiker, ob in Fußgängerzonen oder im Konzertsaal, überdenken müssen. In der Rolle des ewig Verkannten warb er auf tragisch-komische Weise um Verständnis für seine Passion und zugleich für soziale Randgruppen. Dies sorgte für so manchen Lacher, der mit konsternierter Mimik vom Künstler entgegengenommen wurden.

Die meisterhaft dargebotene Akkordeonmusik erhielt jedoch letztlich verdientermaßen den lautstärkeren Applaus. Frank Grischek brachte hier unter anderem mit argentinischen Tangomelodien von Astor Piazolla und Richard Galliano, irischen Folkrhythmen sowie französischen Musettewalzern und der Toccata d-Moll von Bach wirklich alle sechs Oktaven seiner „Borsini Superstar“ in phantastischer Weise zum Klingen.

Alles in allem war der Abend mit dem „ungewürdigten Genie“ einfach ein großes, wort-musikalischen Vergnügen, das schließlich erst nach mehreren huldvoll gewährten Zugaben endete.




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