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Kontroverse Diskussion : Straßeninseln: Gefahrpunkte für Gadeland?

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

An den neuen Querungshilfen an der Segeberger Straße gab es schon mehrere Unfälle.

Neumünster | Die beiden neuen Fußgängerinseln auf der Segeberger Straße bleiben im Stadtteil Gadeland umstritten. Nachdem die Querungshilfen erst Ende Oktober auf Höhe der Heinz-Köster-Straße auf der linken Spur stadtauswärts und eine mittig bei Elektro-Wolter als Versuch eingerichtet worden waren (der Courier berichtete), wurden sie bereits drei Mal von Autofahrern übersehen und umgefahren – und dabei sollten sie die Querung der breiten Straße eigentlich sicherer machen.

„Was wäre passiert, wenn da gerade ein Fußgänger gestanden hätte? Muss es erst zu weiteren Unfällen, vielleicht mit Schwerverletzten, kommen?“, kritisierte Anwohner Wolfgang Wittchow nach dem jüngsten Crash.

Und es ist nicht sein einziger Kritikpunkt an der neuen Konstruktion: „Ich fahre täglich zu unterschiedlichen Zeiten ungefähr acht Mal an der Stelle vorbei. Bisher habe ich dort lediglich eine Fußgängerin gesehen, die die Inseln nutzte. Die meisten gehen weiterhin einfach irgendwo neben den Inseln über die Straße und ignorieren die neue Hilfsmöglichkeit. Die Sache ist also überflüssig“, meint Wittchow.

Von weiteren Anwohnern und Geschäftsleuten aus dem Bereich hat er außerdem schon mehrfach Klagen gehört, dass sie zum Beispiel schwer aus ihren Ausfahrten herausfahren können. „Das staut sich dort zum Teil enorm“, sagt er. Auch beim Einbiegen aus der Köster-Straße nach links auf die Segeberger Straße gebe es Probleme, so Wittchow. „Da muss man erst mal um die Insel herum fahren, zum Teil ist dann auf der einen verbleibenden Spur aber alles dicht“, bemängelt er und plädiert für ein Ende des Verkehrsversuchs.

Der Stadtteilbeiratsvorsitzende Dr. Volker Matthée kennt die Argumente der Kritiker der Fußgängerinseln. Bereits vor Beginn der Versuchsphase hatte unter anderem Nordöl-Tankstellen-Betreiber Matthias Fieroh schon Bedenken geäußert, dass Kunden der Tankstelle an der Heinz-Köster-Straße die Zu- und Abfahrt erschwert würde. Auch über die drei Unfälle ist Matthée informiert. Er will sich jetzt weitere Details über die Hintergründe der Vorfälle holen. „Am 10. Dezember werden die Fußgängerinseln Thema der Sitzung des Stadtteilbeirats sein. Dann werden wir darüber sprechen. Zurzeit handelt es sich ohnehin um ein Provisorium, um Erfahrungen zu sammeln. Die Verwaltung wird dann entscheiden, ob es eine dauerhafte Lösung wird“, so Matthée.

Neben wenigen Beschwerden haben ihn in den vergangenen Wochen vor allem positive Rückmeldungen zu der neuen Konstruktion erreicht. „Viele Fußgänger empfinden die Querung mit den Inseln als deutlich angenehmer“, weiß der Stadtteilbeiratsvorsitzende. Insbesondere Schüler und ältere Leute, die die Bushaltestelle „Mühle“ nutzen, kämen jetzt sicherer über die Straße. „Die Inseln sowie die einzelnen Fahrspuren sind ordnungsgemäß ausgewiesen. Ich sehe zurzeit keine Veranlassung, an den Inseln zu zweifeln“, so Matthée.

Wolfgang Wittchow ist da zwar anderer Meinung, eine Verkehrsberuhigung hätte er an der Segeberger Straße jedoch auch gern. Er hält nur die Insel-Lösung für den falschen Weg. „Man sollte dort stattdessen die Halteverbote wegnehmen und die Straße vom Rand aus verengen. Dann wird dort zumindest langsamer gefahren“, schlägt er vor.

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erstellt am 22.Nov.2015 | 17:36 Uhr

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