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Hohe Nachzahlung : Straßenfest „Badaboom“: Gema langt zu

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

7500 Euro Nachzahlung wurden fällig. Die Stadt half aus – doch die Organisatoren sind jetzt auf Spenden angewiesen.

von
erstellt am 24.Apr.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die wachsende Bekanntheit des Straßenmusikfestes „Badaboom“ hat die Gema auf den Plan gerufen. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte fordert künftig sowie rückwirkend für die letzten fünf Jahre Gebühren – und das stellt die Organisatoren vor große Probleme. Spenden sollen nun dabei helfen, die zusätzlichen Kosten zu stemmen.

Jens Sauerbrey, Stefan Back, Arne Gloe und Marco Ramforth, die das Fest auf die Beine stellen, sahen sich mit einer Nachzahlung von rund 7500 Euro konfrontiert. „Die Rechtsabteilung der Stadt hat die Angelegenheit prüfen lassen und festgestellt, dass die Forderungen berechtigt sind“, sagt Jens Sauerbrey, für den das Ganze ein Schock war: „Wir haben uns natürlich vorher informiert und waren der Meinung, dass Straßenmusik von der Gema-Gebühr befreit ist. So haben wir es zumindest verstanden.“

Da das Fest komplett ehrenamtlich organisiert wird und keine kommerziellen Absichten verfolgt, waren keine Rücklagen vorhanden, um die Summe zu tilgen. Retter in der Not war die Stadt, die die Nachzahlung übernahm und versichert, dass das Fest am 5. September nicht gefährdet ist.

Die Organisatoren denken allerdings schon einen Schritt weiter und wollen „Badaboom“ auch in den kommenden Jahren tragfähig halten. Da die Höhe der Gema-Gebühr von der Besucherzahl abhängt, rechnen die Organisatoren mit Zusatzkosten von 1200 bis 1500 Euro pro Veranstaltung.

Unterstützung erhoffen sie sich nun durch Spenden der Bürger. „Das Fest hat im Laufe der Jahre in der Stadt eine große Akzeptanz gefunden. Daher appellieren wir an alle, die ‚Badaboom‘ mögen, zum Erhalt dieser Veranstaltung beizutragen“, sagt Arne Gloe.

In den kommenden Tagen sollen in vielen Geschäften Spendendosen aufgestellt werden. Bis zu den Ferien wollen die Organisatoren jeden Sonnabend einen Infostand in der Innenstadt aufbauen. Unter www.ba-da-boom.de ist zudem ein Spendenkonto aufgeführt. „Außerdem sind wir natürlich stets auf der Suche nach Sponsoren – gerne auch längerfristig“, fügt Stefan Back hinzu. Wer helfen möchte, kann sich unter Tel. 95  22  21 bei der Musikschule melden.

Die Organisatoren rechnen auch in diesem Jahr mit bis zu 300 Musikern, die auf verschiedenen Bühnen in der Innenstadt spielen werden. Zentraler Punkt soll diesmal der Kulturverein KDW am Waschpohl sein.

Kommentar:

von Sonja Kröger

Jetzt sind die Bürger gefragt!

Sicherlich kann man den Organisatoren  vorhalten, dass sie sich in punkto Gema-Gebühren im Vorwege besser hätten informieren müssen. Doch jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, und Vorwürfe bringen niemanden weiter. Die Stadt hat richtig gehandelt, indem sie in die Bresche gesprungen ist und für die Nachzahlung aufkam. Damit würdigt sie nicht nur den ehrenamtlichen Einsatz der Helfer. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bezeichnet die Veranstaltung, die auch viele Auswärtige in die Stadt zieht, zu Recht als Imagefaktor für Neumünster. Gefragt sind nun aber auch die Bürger. Oft wird gemeckert, dass in der Stadt zu wenig los sei. Jetzt kann jeder Einzelne dazu beitragen, dass eine abwechslungsreiche und etablierte Veranstaltung auch in Zukunft Bestand hat.

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