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Grossenaspe : Straßenbau zerrt an den Nerven der Anlieger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

1000 Autos sollen die Umleitung pro Tag passieren

Großenaspe | Nicht die Themen der Tagesordnung, sondern die Bauarbeiten an der Bimöhler Straße/K 111 sowie die Beitragserhöhung für die Betreute Grundschule (der Courier berichtete) bestimmten am Mittwochabend auf der Sitzung der Großenasper Gemeindevertretung die Diskussion zwischen rund 25 Besuchern und der kommunalpolitischen Vertretung.

Auf den innerörtlichen Umleitungsstrecken, die unter anderem über den Scheeperredder führen, herrsche Chaos. „Die Autos rasen an einem vorbei. Sie quetschen sich ohne Rücksicht auf Verluste über die Gehwege. Das ist lebensgefährlich“, hieß es aus dem Kreis der Anlieger. Auch seien wüste Beschimpfungen und das Zeigen des Stinkefingers nicht selten. „Bei einer Blitzaktion hat die Polizei 400 Autos in sechs Stunden gezählt. Das sind hochgerechnet rund 1000 Autos pro Tag. Rund 100 Fahrer fuhren in der 30er-Zone erheblich zu schnell. Dabei ist das ein ausgewiesener Schulweg. Wir fühlen uns mit dieser Situation total allein gelassen“, beschrieb Bettina Imhoff als Anliegerin am Scheeperredder die Lage.

Bestätigt wurde die schwierige Verkehrssituation auch von den Gemeindevertretern. Doch Abhilfe können sie nicht schaffen. „Wir sind da komplett machtlos. Mehr als ein 30er-Schild und der Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme geht nicht. Für alles andere ist die Polizei zuständig. Deshalb bringen Sie die Übertretungen definitiv zur Anzeige“, lautete der Rat des stellvertretenden Bürgermeisters Jens Schümann (CDU), der wegen der Erkrankung von Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) erstmals die Leitung einer Gemeindevertretersitzung inne hatte.

„Die Schilder stehen überall. Die Umleitungsstrecken und deren Ausschilderung sind zwischen Kreis und Gemeinde abstimmt. Wenn sich die Leute dann nicht daran halten, ist das Sache der Polizei“, ergänzte dazu auch Bernd Konrad (CDU), der die Bauarbeiten als gemeindlicher Vertreter begleitet.

Beklagt wurde von den Besuchern außerdem der schleppende Baufortschritt. Denn oft passiere tagelang nichts, und oft seien nur zwei Arbeiter vor Ort. „Auf Nachfrage haben diese uns gesagt, dass die Firma auch noch andere Baustellen habe und dass wir uns auf eine erheblich längere Bauzeit einstellen müssten“, berichtete eine Anliegerin der Bimöhler Straße.

Hierzu erklärte Konrad, dass das schlechte Wetter die Bauarbeiten verzögere. „Aber Ende Mai soll der erste Bauabschnitt zwischen der Einfahrt der Firma Krebs und der Klaus-Groth-Straße fertiggestellt sein“, teilte er mit.

Beschwerden äußerten Betroffene auch noch einmal an der unangekündigten Beitragserhöhung für die Betreute Grundschule. „Wir haben im Arbeitskreis lange kalkuliert und dabei lediglich die Kosten vor Augen gehabt. Außerdem waren wir froh, das Personal halten zu können. Dass es so viel teurer wird, hatten wir dabei nicht im Blick“, erklärte dazu Karsten Frese (FDP). „Wir hätten die Eltern vorher einbinden sollen. Wir haben das falsch kommuniziert und können jetzt nur im Nachhinein einen informellen Elternabend anbieten“, fügte Arne Konrad (BfB), der ebenfalls dem Arbeitskreis, der die Gebühren neu kalkulierte, angehörte, hinzu.

Auf Nachfrage von Thomas Köhler, dessen Tochter die Einrichtung besucht, erklärte der Leitende Verwaltungsbeamte im Amt Bad Bramstedt Land, Christian Stölting, dass mittlerweile fünf Kündigungen vorlägen. Wie viele Eltern allerdings die Betreuungsstunden aufgrund der Erhöhung reduziert hätten, konnte er nicht sagen. Der Elternabend soll nun am 15. März um 20 Uhr in der Betreuten Grundschule stattfinden.

Einstimmig beschlossen wurde auf der Sitzung schließlich die Flächennutzungsplanänderung für das Gebiet Sportplatzgelände, südlich des Heidmühler Weges, östlich der Grundschule, die Auftragsvergaben für die Sanierung der Gemeindestraßen und Fußwege sowie für die neue, bereits installierte Heizungsanlage in der Schule. Ebenfalls angeschafft werden kann jetzt auch ein neues Pritschenfahrzeug für den Bauhof.

Tobias Hübscher (CDU) teilte zudem mit, dass es in diesem Jahr wieder ein Osterfeuer auf der Wiese gegenüber dem Bauhof geben werde. Angezündet werden soll es am Ostersamstag (26. März) ab 19 Uhr. Eine Anlieferung von privatem Buschwerk sei allerdings nicht möglich.  

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