Timmaspe : Straßenbau ohne Plan: Gas trat aus

Mit großer Vorsicht musste die Gasleitung zunächst freigelegt und abgesperrt werden. Die wurde gestern Nachmittag fast drei Stunden voll gesperrt. Der Schaden wurde von den Stadtwerken Neumünster behoben.
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Mit großer Vorsicht musste die Gasleitung zunächst freigelegt und abgesperrt werden. Die wurde gestern Nachmittag fast drei Stunden voll gesperrt. Der Schaden wurde von den Stadtwerken Neumünster behoben.

Straße zwischen Schülp und Timmaspe war für mehrere Stunden gesperrt. 480 Haushalte waren betroffen.

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08. Juli 2015, 12:00 Uhr

Bei Rammarbeiten für Leitplanken direkt an der Unterführung zwischen Schülp und Timmaspe (Kreisstraße 11/Landesstraße 328) wurde gestern Mittag eine Mitteldruck-Gasleitung der Schleswig-Holsteinischen Netz AG stark beschädigt. Das Leck wurde der Polizei um 12.08 Uhr gemeldet. Der Bereich um die Unglücksstelle wurde Minuten später weiträumig abgesperrt. Offenbar wussten die Bauarbeiter nichts von der Leitung im Erdreich, weil sie ohne Pläne gearbeitet hatten.

Die viel befahrene L 328 und die Ortsdurchfahrt Schülp sowie die Zufahrtstraße aus Richtung Timmaspe mussten für etwa drei Stunden voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Mitarbeiter der Stadtwerke Neumünster (SWN), die als Dienstleister für die Schleswig-Holstein Netz AG wirken, arbeiteten bis in die Abendstunden an der Behebung des Schadens. In dieser Zeit wurde eine Umgehungsleitung für die rund 480 betroffenen Haushalte gelegt.

Neben mehreren Funkstreifenwagen waren die Freiwilligen Feuerwehren Timmaspe und Nortorf mit insgesamt 31 Kräften vor Ort. Sie übernahmen die Verkehrs- und Brandsicherung sowie auch die vorsorgliche Belüftung der Unterführung. Die Schadensstelle liegt außerhalb der Wohnbebauung. „Es bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Menschen oder die Umgebung“, sagte der Stadtwerke-Pressesprecher Nikolaus Schmidt.

Augenscheinlich wurde die sensible Baumaßnahme jedoch ohne das Vorliegen der entsprechenden Unterlagen ausgeführt. „Wir haben hier einige Probebohrungen, aber keine Pläne gesehen. Doch die Leitung aus dem Jahr 1976 ist dokumentiert. Diese Pläne hätten vom Auftraggeber (Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, Niederlassung Rendsburg) oder von der ausführenden Firma bei uns angefordert werden müssen“, hieß es dazu von den Stadtwerken. Dass dies geschehen sei, konnte Nikolaus Schmidt am Abend allerdings noch nicht ausschließen. „Aber wenn die Kollegen nichts gesehen haben, wird es auch keinen Plan vor Ort gegeben haben. Solche Schäden entstehen fast ausnahmslos durch die fehlende Sensibilität gegenüber dem vorgeschriebenen Regelwerk. Darin liegt die Gefahr. Denn wenn in Deutschland irgendwo gebuddelt wird, findet man in der Regel immer etwas“, sagte er aus Erfahrung. Der Kolonnenführer der ausführenden Firma aus Schorfheide (Brandenburg) wollte sich zu den fehlenden Plänen auf Nachfrage jedoch nicht äußern. Die bereits installierten Leitplanken wurden jedoch von den Arbeitern nun erst einmal wieder abgebaut.  


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