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Aukrug : Straßenbau: Alle Bürger sollen zahlen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bürgerbeteiligung soll die Umlage gerechter machen.

Aukrug | Die Aukruger Gemeindevertreter können Amtsgeschichte schreiben, wenn sie bei der Umsetzung ihrer Straßenausbausatzung neue Wege beschreiten und eine Bürgerbeteiligung einführen.

Bislang gilt: Wer zum Zeitpunkt der Arbeiten in der Straße Grundstückseigentümer ist, wird zur Kasse gebeten – in welcher Höhe, wird im Ortsparlament entschieden und kann für die Anlieger eines Straßenzuges eine teure Angelegenheit werden. „Eine Beteiligung von bis zu 90 Prozent ist dabei durchaus möglich“, sagte Aukrugs Bürgermeister Nils Kuhnke (CDU) auf der Bauausschusssitzung am Montag, als das Thema Straßenausbaumaßnahmen für 2015 angesprochen wurde. Darüber hinaus betonte Kuhnke, dass es ohne Straßenausbausatzung nicht geht, weil Fördergelder nur mit Satzung bewilligt werden.

Ganz oben auf der Prioritätenlisten stehen nach Aussage des Ausschussvorsitzenden Joachim Rehder die Straßen Rüm und Zum Hölln. Damit die Anwohner nicht über die Maßen an den Straßenbaukosten beteiligt werden müssen, ist eine Bürgerbeteiligung im Gespräch. Dabei zahlen zum Beispiel alle Aukruger über fünf Jahre eine moderate jährliche Ausbauabgabe, die als Gesamtbetrag ausschließlich zum Ausbau von vorher festgelegten Straßen nach Ablauf der gesetzten Frist ausgezahlt wird. Die Höhe der Abgabe würde sich dann nach den jeweilig angepeilten Projekten richten. Über Zahlen wurde nicht gesprochen.

Diese Bürgerbeteiligung wäre nach Aussage von Joachim Kaack von der Verwaltung in Hohenwestedt zumindest für den Bereich des Amtes Mittelholstein mit seinen 30 Kommunen ohne Beispiel. Die Ausbauabgabe soll nun in den Fraktionen und Fachgremien ausführlich diskutiert werden.

Weiter auf sich warten lässt die Ausführung des Bebauungsplan Nr. 27 „Wohnanlage alte Ziegelei“ mit 28 seniorengerechten Komfortwohnungen in Reihenhäusern. Denn weil das rund 9000 Quadratmeter große Grundstück auf dem Grund einer ehemaligen Ziegelei liegt, besteht die Untere Bodenschutzbehörde nun auch noch auf eine Grundwasseruntersuchung, da es sich um eine Altlasten-Verdachtsfläche handelt, so Joachim Kaack. Im Fokus der Untersuchungen stehen Polycyclische aromatische Kohlenwassserstoffe (PAK), die unter anderem bei der Verkokung von Steinkohle entstehen. Aufgenommen mit der Nahrung oder Trinkwasser sind PAK beim Menschen eindeutig krebserregend. Bodenproben waren bereits entnommen worden und für unbedenklich eingestuft worden.

Die Bauausschussmitglieder gehen von weiteren unbedenklichen Ergebnissen aus und hoffen, dass im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau der Wohnanlage begonnen werden kann.



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